Wiener Hof Allstar Band

Familientreffen mit den Fans

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Spaß steht im Vordergrund bei den insgesamt 20 Musikern der WHAB.

Offenbach - Traditionell rockig lässt die Wiener Hof Allstar Band das Jahr ausklingen. Zum 14. Mal versammelten sich Band und Fans einen Tag vor Silvester im ausverkaufen Wiener Hof. Getanzt wurde, bis der Schweiß von den Wänden tropfte. Von David Heisig

Laut Internet versteht die Band – kurz WHAB – ihr Konzert als „traditionelles Fest der Bieberer am Tag vor Silvester“. Wenn dies als „wichtigster Tag im Kalender“ bezeichnet wird, lässt diese Koketterie schmunzeln. „Wir übertreiben gelegentlich“, lacht Reinhard „Blacky“ Prekel, Chef des Wiener Hofs und Veranstalter des Abends.

„Die Bieberer sind schwer zu kriegen“, schmunzelt er und bezeichnet die Veranstaltung als „ein wenig andere Kultur“. Obwohl ein Funken Wahrheit darin steckt, dass es sich um ein Ereignis handelt: Der Wiener Hof ist ausverkauft. Bis oben stapeln sich gut 200 Zuhörer und die Band, die sich aus 20 Musikern zusammensetzt. Ein paar Bieberer seien bestimmt auch da, freut sich der Boss.

„Wir haben uns gefragt, welcher Termin fürs Jahresabschlussfest günstig ist“, erzählt Prekel. Die Wahl fiel auf den Tag vor Silvester. Eine kluge Entscheidung; häufen sich am letzten Tag doch die Veranstaltungen. „Das war die genialste Idee, die uns eingefallen ist“, meint Prekel. Das finden auch die Gäste: „Weil das immer ganz toll sein soll“, sagt Ingrid Hirschl, die zum ersten Mal dabei ist. „Wir lieben Musik“, betont sie mit Blick auf ihren Mann, der schon zu „Beat Beat Beat“ in der Stadthalle rockte und mit Jimi Hendrix quatschte.

Dessen Geist scheint durch den Saal zu wehen – stehen doch Gitarrenrock, Funk und Blues auf dem Programm. Mit „Ride Like The Wind“ von Christopher Cross geht es los. Nicht immer stehen alle auf der Bühne. Sie wechseln sich ab. Schlagzeug, Gesang, Gitarre, Bläser: Alle Songs sind selbst arrangiert und haben einen eigenen Sound. Etwas, worauf die WHAB stolz ist: „Gute Musik aus dem Bauch raus“ ist für Michael „MM“ Moll das Wichtigste.

Spaß steht im Vordergrund

Noch unter den alten Pächtern des Wiener Hofs haben sich viele getroffen und im Garten gejammt. Irgendwann zogen sie in den Saal im ersten Stock um und probten donnerstags. Seit 14 Jahren wird zum Jahresende und im Frühjahr im Wiener Hof gespielt. Auf dem Tourplan stehen einige weitere Auftritte. Aus den Erzählungen ist herauszuhören: Die Mitglieder treffen sich gern.

Wobei alle noch in anderen Projekten mitwirken. Harold Costa, Sänger und Unterhalter, ergänzt, dass die Szene, die sich im Wiener Hof treffe, auch die WHAB anziehe. „Die gibt es eigentlich nur in Offenbach“, erzählt er. „Da treffen sich Männer und Frauen, die sich zehn oder 15 Jahre nicht gesehen haben“, so Costa weiter. Also ist das Konzert eine Art Familientreffen.

Dies in eine größere Halle verlegen wollen die Musiker nicht. Für sie ist es Kult, auch wenn das heißt, dass einige keine Karten bekommen. So steht nicht die Gage, sondern der Spaß im Vordergrund. Von den Einnahmen können etwa Gitarrensaiten angeschafft werden. Sonst finanziert sich die Band durch das, was die Musiker aus eigener Tasche einbringen.

Gitarrist Robert Palm, der als Musiker und Gitarrenlehrer sein Geld verdient, freut sich auf die Led-Zeppelin-Nummern wie „Whole Lotta Love“. Sängerin Christa Graf stimmt zu. Sie hat mit „Steely Strings“ sogar einen eigenen Song auf der Liste. Es geht bis weit nach Mitternacht. Und schließlich gilt es Geburtstagsständchen zu bringen. So gehört es sich für eine Fete: Das Ende ist offen...

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