Jahresempfang für Angehörige der Rettungsdienste

Medaillen für Helfer

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Beim Offenbacher Jahresempfang wurden langjährige Helfer ausgezeichnet: Oberbürgermeister Horst Schneider, Ehrenamtsleiter Reinhard Knecht und Feuerwehrchef Uwe Sauer bedankten sich bei Christian Gaßner, Ursula Kestawitz (beide vom Roten Kreuz) und Andreas Hartmann (Freiwillige Feuerwehr Bieber), die alle seit 25 Jahren ehrenamtlich helfen.

Offenbach - Die Bilder sind noch gegenwärtig: Weite Teile Mittel- und Ostdeutschlands sind von Hochwasser überflutet, in der Regionen entlang der Elbe wird jede zupackende Hand gebraucht. Von Harald H. Richter

Zehn Tage im Juni stehen freiwillige Helfer auch aus Offenbach und Umgebung beim Fluthilfeeinsatz ihren Mann, sind starker körperlicher und psychischer Belastung ausgesetzt. Mit dem Abstand von ein paar Monaten wird ihnen nun Anerkennung gezollt und unter anderem mit der Verleihung der Hochwassermedaille des Landes Niedersachsen eine respektable Ehrung zuteil. Den Rahmen dafür bildet am Donnerstagabend der jährliche Empfang von Oberbürgermeister Horst Schneider für verdiente Katastrophenschützer im Waldcafé Hainbachtal.

Alexander Herzing von der Berufsfeuerwehr Frankfurt ruft in einem bebilderten Vortrag die Geschehnisse ins Gedächtnis und veranschaulicht jenen, die nicht dabei waren, das Ausmaß der Katastrophe.

Beherzter Kampf gegen die Fluten

Vorwiegend im Gebiet der Samtgemeinde Gartow im Kreis Lüchow-Dannenberg eingesetzt, leisten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehren aus Offenbach, Frankfurt, Bad Homburg und dem nordhessischen Niestetal gemeinschaftlich ihren Beitrag im beherzten Kampf gegen die Fluten, unterstützt von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Bieber, Rumpenheim und Waldheim. Auch das Technische Hilfswerk (THW) und der Arbeiter Samariter Bund (ASB) scheuen keine noch so starke körperliche Anstrengung, um den Menschen in den Hochwassergebieten entlang der Elbe beizustehen und deren Hab und Gut zu schützen.

Unvergessen: Die Offenbacher Helfer sicherten im Sommer Deichabschnitte in Niedersachsen. -

Hand in Hand werden zehntausende Sandsäcke gewuchtet, vorhandene Deichlinien gesichert und auftretende Leckstellen geschlossen. Auf über anderthalb Kilometern Länge setzen die Helfer angesichts unablässig steigender Pegelstände auf das bewährte mobile Hochwasserschutzsystem „Aqua Riwa“, das in der Vergangenheit bereits Teile der Frankfurter Altstadt vor Überschwemmung bewahrt hat. Herzing betont in seinem Vortrag das erstklassige Zusammenspiel sämtlicher Einsatzkräfte – Bundeswehr und vielfältiges Bürgerengagement eingeschlossen.

Die Helfer aus dem Rhein-Main-Gebiet haben in einer Schule Quartier genommen und ihre eigene Feldküche mitgebracht, berichtet er. Sie sind autark, so dass die ohnehin belasteten Einsatzstäbe vor Ort den Kopf frei haben und sich nicht noch mit organisatorischen und logistischen Angelegenheiten ihrer Unterstützungskräfte beschäftigen müssen. Auch Offenbachs Branddirektor Uwe Sauer beschreibt das Zusammenwirken als reibungslos.

Das findet im Nachhinein auch bei den Staatskanzleien der Landesregierungen von Niedersachsen und Hessen Aufmerksamkeit. Und so werden 43 Mitgliedern hiesiger Feuerwehren und des ASB die Hochwassermedaillen des Landes Niedersachsen nebst Urkunden zuerkannt.

Offenbachs OB Horst Schneider nimmt die Auszeichnungen vor und würdigt das furchtlose und entschlossene Eintreten der Frauen und Männer. Mit ihrer beispielgebenden Einstellung hätten sie Vorbildliches geleistet. Solch lobenden Worten fügt Ehrenamtsbeauftragter Reinhard Knecht mit der Überreichung von kleinen Aufmerksamkeiten für jeden Helfer weitere Anerkennung hinzu.

Auch das Land Hessen zollt den Hochwasserhelfern Respekt vor dem, was die Helfer bis an die Grenzen ihrer körperlichen Kräfte geleistet haben, um Deiche zu verteidigen und Menschen, Gebäude sowie Sachwerte zu schützen. Jeder, der im August bei der Dankeschönfeier auf dem alten Flugplatz in Bonames nicht dabei sein konnte, bekommt nun nachträglich eine von Innenminister Boris Rhein unterzeichnete Urkunde überreicht. Darüber freuen sich 34 Offenbacher.

Der OB zieht noch weitere äußere Zeichen der Achtung aus dem Köcher und verleiht Silberne Katastrophenschutzmedaillen der Stadt an Ursula Kestawitz und Christian Gaßner, zwei verdiente DRKler, sowie an den Bieberer Feuerwehrmann Andreas Hartmann für deren ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement in den vergangenen 25 Jahren. Seit zehn Jahren dabei sind Marc Frankmann vom ASB und Tobias Ermel vom THW. Ihnen werden die Auszeichnungen in Bronze zuerkannt. Sie alle seien ein Vorbild dafür, anderen Menschen beizustehen, selbst wenn sie dabei Risiken für Leib und Leben in Kauf nähmen.

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