Jahresempfang der Offenbacher FDP

Kämpferisches von den „Freunden der Freiheit“

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Liberales Trio: Offenbachs FDP-Vorsitzender Paul-Gerhard Weiß (links) und Fraktionschef Oliver Stirböck (rechts) begrüßen Generalsekretär Patrick Döring.

Offenbach - So ganz ist das Versprechen nicht zu halten: Er wolle nicht die übliche „Rede zur Lage der Stadt“ halten, sagt FDP-Vorsitzender Paul-Gerhard Weiß. Von Matthias Dahmer

Was die rund 100 Gäste des „sommerlichen Jahresempfangs“ der Liberalen gestern Nachmittag im Best Western Hotel Macrander am Kaiserlei hören, ist dann doch eine zwar geschickt in Bundespolitik verpackte, für den zurückhaltenden Ex-Stadtrat aber ausgesprochen kritische Bestandsaufnahme der Stadtpolitik.  Rot-Grün arbeite gegen- statt miteinander, habe keine Strategie für eine Priorisierung der Wirtschaft und Offenbach zeige derzeit, „wie man nicht regieren sollte“. Mit Blick auf weniger Staat und mehr privates Engagement diagnostiziert Weiß zugleich eine „komische Stimmung in der Stadt“. Die Angst vor einer Privatisierung des Klinikums habe zu einer Verhinderungsstrategie geführt, welche sehr viel Geld gekostet habe. Es sei eine traurige Botschaft, wenn die Trägerschaft des Krankenhauses zum Dogma erklärt werde.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring Gastredner

Gastredner ist FDP-Generalsekretär Patrick Döring. Der forsche Niedersachse, der zuvor im Garten des Best-Western noch schnell dem ZDF ein Kurz-Interview zum Abhörskandal gibt und dabei die anlasslose Vorratsdatenspeicherung geißelt, streut im klimatisieren Vortragsraum seine „Botschaft für die nächsten 70 Tage“ unter die Zuhörer. Es sind – wen wundert’s – die liberalen Werte, die der 40-Jährige beschwört. Von Wettbewerbsfähigkeit ist da die Rede und vom „Blick auf die Mitte der Gesellschaft“, welcher bei Rot-Grün ein falscher sei. Die Bilanz nach einem Jahr Sozialisten in Frankreich ist für den FDP-General der Beweis, dass es nicht funktioniert. Mit Applaus wird Döring gedankt, der sich bei seinen „Freunden der Freiheit“ sichtlich wohl fühlt.

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