Das Jahresergebnis war weniger schlecht

Offenbach - Das vorläufige Jahresergebnis für 2012 soll zumindest die vom Magistrat favorisierten Interessenten zur Verbesserung ihres Angebots bewegt haben.

So stellte es der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Bürgermeister Peter Schneider (Grüne), der Presse am Mittwochnachmittag dar.

Bei dieser Gelegenheit durften Geschäftsführerin Franziska Mecke-Bilz und der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Norbert Rilinger, eine unter den katastrophalen finanziellen Verhältnissen positive Botschaft übermitteln: 2012 wurde ein weniger schlechtes Ergebnis erwirtschaftet als im Jahr zuvor. Während im bisher schlimmsten Jahr 2011 46 Millionen Euro fehlten, um die Ausgaben zu decken, sind es 2012 nur noch 35,9 gewesen – darin enthalten etwa 17 Millionen Zinsen und Tilgung für den Neubau.

Theoretische Ergebnisverbesserung

Mecke-Bilz sieht gar eine theoretische Ergebnisverbesserung um 20 Millionen. Schließlich seien Tarifsteigerungen zu berücksichtigen. Für sie ist das ein Erfolg ihres harten Sanierungskurses. 2015, so lautete dessen Ziel, sollte das Klinikum zumindest mit dem Betrieb, also ohne Schuldendienst, schwarze Zahlen schreiben. Wie realistisch das war, kann nur noch der private Betreiber beweisen.

Die amtierende Geschäftsführung berichtet von weitreichender Kostensenkung. Bessere Einkaufskonditionen und zurückgefahrene zentrale Dienstleistungen brachten 1,5 Millionen. Zudem entlastet das Programm zur Stellenreduzierung um vier Millionen. Seit Januar 2011 wurde die Zahl der Vollzeitkräfte von 1970 auf 1727 verringert. 240 Stellen, 230 direkt im Klinikum, sind abgebaut.

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Fürs vergangene Jahr hatten sich Mecke-Bilz und Rilinger jedoch mehr erwartet als eine zweiprozentige Steigerung bei den stationären Patienten. „Die Berg- und Talfahrt um Verkauf und Insolvenz war eine schwerwiegende zusätzliche Belastung für den Sanierungsprozess“, erklärte Klinikchefin Mecke-Bilz. Vergleichsweise geboomt hat die Notaufnahme mit 3000 Patienten mehr.

Die Krankenhaus-Spitze gibt sich erleichtert, dass sich mit dem Verkauf eine Perspektive ergibt. Das Klinikum in kommunaler Trägerschaft zu halten, sei leider gescheitert, bedauerte Rilinger. Aber private Trägerschaft bedeute nicht automatisch schlechtere Medizin. Im Gegenteil, man verspreche sich von einer Unternehmensgruppe wichtige Synergievorteile.

Achterbahn der Gefühle

Der Ärztliche Direktor sprach von einer Achterbahn der Gefühle, die das Personal des Klinikums durchgemacht habe. „Ich bin froh, dass wir in Kürze Klarheit haben“, ergänzte die Geschäftsführerin. „Das wird Stabilität bringen.“ Sie äußerte Bewunderung für Loyalität und Stehvermögen der Belegschaft. Trotz aller Ungewissheit habe es keine außerordentliche Fluktuation gegeben. „Die motivierten Menschen sind ein Riesenpfund, auch für den neuen Betreiber“, sagte sie.

tk

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