Jahrzehntelang auf neue Kantine gewartet

Offenbach - Sichtlich zufrieden präsentierte der Präsident der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG), Professor Bernd Kracke, gestern die neue Kantine, die das Land Hessen stolze 1,4 Millionen Euro gekostet hat und vom Studentenwerk betrieben wird. Von Fabian El Cheikh

Im Erdgeschoss des Westflügels ist ein Gastraum mit zirka 80 Sitzplätzen entstanden, die sich um die offen gestaltete Küche mit Essensausgabe gruppieren. Für das leibliche Wohl sorgt Chefkoch Cetin Bukan mit seinem Team, das aus vier Mitarbeitern besteht.

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„40 Jahre lang haben wir darauf warten müssen“, sagte Kracke und verwies darauf, dass immer wieder die Einrichtung einer Kantine geplant gewesen, letztlich aber „aus technischen und finanziellen Gründen“ gescheitert sei. Erst nachdem die Bildhauerei in eine Dependance an der Geleitstraße ausgelagert wurde und das Land Hessen sich bereit zeigte, die Hochschule besser auszustatten, konnte das Projekt verwirklicht werden.

Dass die Investition an einem Campus erfolgte, der bekanntlich schon in wenigen Jahren aufgegeben werden soll, spielt aus Sicht der HfG keine Rolle. Kracke: „Wir hätten diese Zeit ohne eine Kantine, die jede Hochschule hat, nicht überbrücken können.“ Zumal sich der Umzug, so er denn je komme („Es gibt noch viele Fragezeichen“), über mehrere Etappen und mehr als zehn Jahre hinziehen werde.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde wurde der derzeitige Hochschulbau an der Schlossstraße mit weiteren rund 1,6 Millionen Euro aus Wiesbaden baulich auf Vordermann gebracht. So wurden unter anderem energetische Optimierungen vorgenommen, eine neue Spanabsaugeanlage in der Holzwerkstatt installiert, die Abluftanlage der Werkstätten nachgerüstet, das Dach repariert, die Barrierefreiheit verbessert und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Zusätzlich wurden Computer, Lichttische für Trickfilme, Videokameras, Tontechnik, Projektoren, Drucker, Monitore und ein neuer Medienserver für die umfangreiche Datenbank angeschafft.

Die Hochschule, die sich regelmäßig über Auszeichnungen und Preise für ihre Studenten, aber auch für die Lehrenden freuen kann, verzeichnet im gerade begonnen Wintersemester 610 Immatrikulationen, damit ist die Zahl der Studentenschaft insgesamt in etwa gleich hoch geblieben. Während die meisten anderen Hochschulen landes- und bundesweit unter der Last massiv steigender Studentenzahlen ächzen, ist die HfG weiterhin einem verhältnismäßig kleinen Kreis kreativer Köpfe vorbehalten: Da sie mit dem Land keinen Hochschulpakt geschlossen hat, musste sie sich auch nicht verpflichten, aufgrund doppelter Abiturjahrgänge und dem Wegfall des Wehrdienstes mehr Studenten als bislang aufzunehmen.

Einen namhaften Kooperationspartner konnte die HfG im Automobilhersteller Audi finden. Zwei Semester lang erforschen Studenten im Projekt „Traum Wagen“ mit der Design- und Forschungsabteilung von Audi neue Fahrzeug- und Transportkonzepte. Außerdem konnten drei namhafte Professoren gewonnen werden: Dr. Juliane Rebentisch (Philosophie/Ästhetik), Eike König (Illustration/Grafik) und Dr. Martin Gessmann (Kultur- und Techniktheorien).

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