Konzert im Capitol Offenbach

Schmachten mit James Blunt

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Da durfte sich jede Frau einzeln angesprochen fühlen: James Blunt singt vor 400 Zuschauern im Capitol seinen Welthit „You’re Beautiful“.

Offenbach - „You’re beautiful. You’re beautiful. You’re beautiful, it’s true“, singt James Blunt, während die Frauen im Publikum ihn mit ihren Smartphones filmen oder einfach nur anschmachten. Von Veronika Schade

Denn bei seinem Auftritt im Capitol dürfte sich bei seinen romantischen Worten jede von ihnen persönlich angesprochen fühlen. Der Weltstar spielt am Samstag vor einem überschaubaren Publikum: Nur 400 Menschen konnten Karten gewinnen für das Konzert von Blunt und Sängerin Laura Jansen innerhalb einer kleinen Konzertreihe, die von der Drogeriemarktkette dm anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens ins Leben gerufen wurde.

Dementsprechend entspannt geht es zu. Kein Gedränge, kein Kampf um die besten Plätze. Vor der Bühne setzen sich viele Zuschauer einfach auf den Boden, mit einem Getränk in der Hand. Wer sich ein wenig weiter entfernt stellt, hat immer noch beste Sicht. Auch der britische Sänger und Songwriter genießt den intimen Rahmen. „It’s only us tonight!“, ruft er lächelnd dem Publikum zu. Und gesteht, dennoch ein wenig nervös zu sein. Da er nun ein Jahr lang an seinem neuen Album gearbeitet habe, habe er lange nicht mehr auf der Bühne gestanden.

Publikum im Capitol macht es ihm leicht

Das Publikum im Capitol macht es ihm leicht. Jeder Song wird bejubelt, die eingängigen Refrains eifrig mitgesungen, etwa „1973“, „Stay The Night“ und sein größter Erfolgshit „You’re Beautiful“. Blunt und seine beiden Bandkollegen verzichten auf jegliche Effekte. Sympathisch und bescheiden mit Freizeitschuhen, zerschlissener Jeans und grauem T-Shirt steht der 39-Jährige auf der Bühne. Mit dabei ein Flügel und drei Gitarren. Handgemachte Musik, die trotz einer Spielzeit von nur 40 Minuten schweißtreibend ist. „It’s so hot in Offenbach!“, ruft Blunt und nimmt einen tiefen Schluck aus seiner Wasserflasche.

Sympathisch: Laura Jansen

Laura Jansen, die vor Blunt auftritt, bezeichnet Offenbach gar als „Tropical Island“ und zeigt sich besorgt, ob ihr Makeup das aushält. Das Publikum möge ihr doch bitte verraten, wenn die ganze Schminke runter rutscht. So weit kommt es natürlich nicht. Die US-Amerikanerin mit niederländischen Wurzeln ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch richtig gut anzuhören. Mehr als ein Piano und ihre Stimme braucht sie dafür nicht. Vor allem ihre Version des Songs „Use Somebody“ der Band Kings of Leon wird bejubelt. Bei Youtube hat sie damit schon mehr als neun Millionen Klicks erreicht.

Zu jedem Lied erzählt sie die Entstehungsgeschichte. Fast immer ist ihr „shitty love-life“, ihr eher bescheidenes Liebesleben, verantwortlich. Damit kokettiert die 36-Jährige geschickt und erobert die Herzen im Sturm. Gegen Liebesbriefe aus Offenbach habe sie nichts einzuwenden.

Die beiden Stars nehmen sich Zeit für Autogramme und Fotos, Publikum und Veranstalter sind zufrieden. „Es war eine gute Entscheidung, nach Offenbach zu kommen“, sagt dm-Pressesprecher Herbert Arthen. Man habe nach einem Veranstaltungsort im Raum Frankfurt gesucht. „Er musste auch James Blunt gefallen. Beim Capitol sagte er direkt zu.“

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