Matinee von Fröbel- und Leibnizschule

Ein Fest der gelebten Inklusion

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Auch zum musikalischen Programm tragen Leibniz- wie Fröbelschule bei.

Offenbach - Auch die aktuelle Auflage der Jazz-Matinee von Leibnizgymnasium und Fröbelschule ist mehr als ein musikalisches Ereignis: Sie ist Doppel-Schulfest, Begegnungsraum für Schüler, Eltern und Lehrer, beliebter Ehemaligen-Treff mit Promi-Faktor und zugleich Bühne für talentierte Jugendliche. Von Harald H. Richter

Vor allem aber steht sie wegen des beständig gepflegten Partnerprojekts eines Gymnasiums und einer Förderschule für gelebte Inklusion. An diesem Samstag mischen sich im Büsinghof Kultusministerin Nicola Beer (FDP) und ihr Kabinettskollege für Soziales, Stefan Grüttner (CDU), unter viele gutgelaunte Gäste. Hoch „Gerlinde“ meint es gut und bescheint bis zum Ende der Veranstaltung am Nachmittag das Publikum mit reichlich Spätsommersonne.

Die Veranstaltung ist altbewährt, ohne dass sie sich abgenutzt hätte. Jeder steuert gern einen Anteil bei – angefangen beim Förderverein Leibnizschule um Dr. Thomas Frühauf über die Lehrerkollegien beider Bildungseinrichtungen bis hin zum erneuten Hauptsponsor Dr. Marschner-Stiftung, vertreten von Wolfgang Rawer.

Schüler aller Jahrgangsstufen wollen an rund zwei Dutzend Ständen möglichst viele Euro einnehmen. Denn der ganze Erlös fließt auch in diesem Jahr in die Projektarbeit.

Ziele sind klar definiert

Die Ziele sind klar definiert: Angebote schaffen, die im Umgang von Behinderten und Nichtbehinderten Normalität herbeiführen und vor allem nach außen dokumentieren, wie selbstverständlich dieses Miteinander funktionieren kann. Alles, was Schülern zwischen sechs und 19 Jahren Spaß macht, wird gemeinsam unternommen.

„Hier beweist sich eindrucksvoll, welche Vorteile es bringt, wenn Schule sich öffnet und es nicht bei punktuellen Begegnungen belässt“, sagt Ehrengast Nicola Beer unter Hinweis auf die Tatsache, dass in der über zwei Jahrzehnte gelebten Partnerschaft beide Schulen zusammengewachsen sind. Die These „Es ist normal, verschieden zu sein“ sei Ausdruck einer beispielgebenden Sinneshaltung. Mit solchem Toleranzverständnis seien die Schulen Vorreiter und trügen diesen Schwung in die Gesellschaft. Die Direktoren Christoph Dombrowski (Leibnizschule) und Ekkehard Ramm (Fröbelschule) hören das gern.

Von den Reden bekommen mehrere aufgeregte Schüler freilich wenig mit, die schon eine ganze Weile auf ihren Auftritt warten. Sie gehören zum Projekt Lets Go – eine gemeinsame Tanzgruppe von Fröbel- und Leibnizschule, um die sich Christine Weiser und Heike Kaschuba kümmern. Noch können sie die Plattform nicht entern, da gerade die Allstars Jazzband der Leibnizschule mit flotten Rhythmen unterhält.

Das Herzklopfen steigert sich

Das Herzklopfen steigert sich, als sie endlich Aufstellung nehmen und ihren einstudierten „Harlem Shake“ darbieten. Zu Timbalands „The way I are“ legt Achtklässler Martin Sahattchiev (14) noch eins drauf: Der Breakdancer bekommt Szenenapplaus für Footworks und Powermoves. Groß ist auch die Freude bei der Boygroup der Fröbelschule, die – um ein gymnasiales Ensemblemitglied verstärkt – ihr tänzerisches Können beweist.

Danach gehört die Bühne wieder ganz den Livemusikern, die der Jazz-Matinee ihren Stempel aufdrücken: der Chameleon-Bigband der Marienschule, der Jazz-Bigband der Musikschule, Paul Eisermanns Main Unit, den Rhythmix der Fröbelschule. Unterdessen ziehen Scharen von Schülern übers Gelände und werben um Spenden.

Geldbörsen sitzen locker

Die Geldbörsen sitzen locker an diesem Tag, zumal viel geboten wird, wofür sich ein Griff ins Portemonnaie lohnt. So hat die Leibniz-Klasse 6g dank der Eltern ihre Tombola mit 200 Sachpreisen bestückt. Stände locken mit Süßem und deftiger Kost wie Paëlla. Vor der Snackbar stehen Mittagshungrige Schlange. Die Lateinklasse 7a bietet „Römische Teller“.

Ein paar Meter weiter stehen dekorative Keramikarbeiten zum Verkauf. Behinderte Jugendliche der Fröbelschule haben sie – von Klassenlehrerin Rita Pfadt angeleitet – hergestellt. Nicht selten wird beim Bezahlen gern gern nach oben aufgerundet. Schließlich soll’ in sämtlichen Kassen vernehmbar klingeln.

Jazz in der Burg Dreieichenhain

Jazz in der Burg

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