„Je suis Charlie“

Genossen rufen auf zum gemeinsamen Schweigen

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Offenbach - Heute Abend sollen auch die Offenbacher Charlie sein. Die SPD ruft für 19 Uhr auf zur Schweigemahnwache an der „Flamme“ am Rathaus. Teilnehmer sollen Kerzen und Plakate mit dem Schriftzug „Je suis Charlie“ mitbringen.

Es werden keine Reden gehalten. „Schweigen angesichts der Ereignisse in Paris ist die angemessene Reaktion“, erklärt Mitorganisatorin Maria Böttcher. Der Imam der Moschee des Türkisch-islamischen Kulturvereins DITIB und ein Offenbacher Pfarrer werden jeweils das Totengebet sprechen. Die SPD hat auch den Offenbacher Rabbiner angefragt, aber noch keine Antwort bekommen.

Schriftlich erklärt die Offenbacher SPD: „Die brutale Ermordung der Journalisten und Zeichner des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“, zweier Sicherheitskräfte und weiterer Personen durch islamistische Terroristen erschüttern uns. Sie wurden ermordet, weil sie ihre Grundrechte auf Presse- und Meinungsfreiheit ausübten. Grundrechte, auf denen unsere freiheitliche und offene Gesellschaft aufgebaut ist – die Meinungs- und Kunstfreiheit ist das Herzstück unserer Demokratie.

Damit galten die Schüsse nicht nur den direkten Opfern, sondern auch der Idee einer freien und offenen Gesellschaft. Einer Idee, die in der europäischen Aufklärung geboren und entwickelt wurde, die aber Menschen in aller Welt verbindet – gänzlich unabhängig von religiöser, kultureller oder politischer Orientierung. Das Attentat galt damit allen, die in unserer Gesellschaft für Freiheit, Demokratie und ein friedliches und respektvolles Zusammenleben eintreten, seien sie Atheisten, Christen, Muslime, Juden oder Angehörige einer anderen Religionsgemeinschaft. Die Mörder greifen unsere Werte an – und sie wollen einen Keil in unsere Gesellschaft treiben. In Deutschland, ebenso wie in Frankreich und in anderen Ländern, wird es auch Populisten geben, die jetzt die grausamen Taten als Bestätigung von Ressentiments, etwa gegenüber Flüchtlingen oder gegenüber dem Islam, missbrauchen wollen.

Wir stellen uns dem entgegen: gegen alle, die unsere freie und offene Gesellschaft attackieren. In Berlin wird der Zentralrat der Muslime zur selben Zeit eine Mahnwache vor dem Brandenburger Tor abhalten. Gemeinsam und vereint mit vielen Kräften der Zivilgesellschaft wird dort für Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit demonstriert und unsere Solidarität mit Frankreich zum Ausdruck gebracht. Wir lassen uns nicht spalten. Wir stehen zusammen und verteidigen unsere gemeinsamen Werte – für eine offene und freie Gesellschaft!“

tk

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