Noch am Heiligen Abend bereiteten Mitarbeiter der Tafel Bedürftigen eine große Freude

Für jeden einen Festbraten

Mit viel Liebe und Aufwand war die Tafel am Mittag des Heiligen Abends aktiv: Weihnachtsengel verteilten Lebensmittel.  (c)Foto: Georg

Offenbach - Fast bis auf die Straße stehen die Menschen vor der Italienischen Mission an der Rathenaustraße. Von Philipp Bräuner

Am Mittag des Heiligen Abends, als die meisten Familien noch die letzten Vorbereitungen fürs Fest treffen, haben sich unzählige Bedürftige versammelt, um ebenfalls zu Hause ein Weihnachtsessen zubereiten zu können. Die Frankfurter Tafel in Offenbach verteilt die Lebensmittel dafür.

Für einige Offenbacher wäre das Festbraten ansonsten unerreichbarer Luxus. Obwohl die Tafel schon seit sieben Jahren auch in Offenbach engagiert ist, ist dies das erste Jahr, in dem an Heiligabend Essen ausgegeben wird. „Wir verteilen Waren das ganze Jahr über immer dienstags und mittwochs“, erklärt die Leiterin des Projekts, Christine Sparr. „Dass Heiligabend in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, hält uns nicht davon ab, den Menschen zu helfen. Denn gerade an Weihnachten ist es wichtig, dass jeder ausreichend zu Essen zu Hause hat.“

Wie nötig die Hilfe ist, zeigt sich am großen Andrang. Für Sparr und ihr Team keine Überraschung: „Wir haben damit gerechnet, dass so viele Leute gerade heute hierher kommen werden.“ Um an diesem Tag auch jedem Bedürftigen helfen zu können, mussten im Vorfeld viele Lebensmittelspenden gesammelt werden. „Sowohl Privatpersonen, als auch Lebensmittelmärkte und Firmen haben reichlich gespendet. Außerdem haben uns die Beschicker des Weihnachtsmarkts überlassen, was an Süßigkeiten übrig geblieben ist, sodass wir diese an die Kinder verteilen können“, beschreibt Sparr die breite Unterstützung. Die Süßigkeiten sowie Kakao und Kaffee werden vor dem Eingang zur Italienischen Mission von „Weihnachtsengeln“ an die Wartenden verteilt, um ihnen die Wartezeit angenehmer zu gestalten.

Eine Delikatesse spendete Manroland: Familien ab fünf Personen können sich frische Enten abholen, um so ein traditionelles Weihnachtsessen zubereiten zu können. „Wir sind allen, die gespendet haben, sehr dankbar“, freut sich Sparr über die große Hilfsbereitschaft in Offenbach. „Denn durch die große Menge an Lebensmitteln können wir allen helfen.“

Die Tafel in Offenbach ist übrigens nicht das einzige Hilfsprojekt für Bedürftige in der Italienischen Mission. Das von der Italienischen Gemeinde organisierte Martinsbrot ergänzt das nur in den Wintermonaten angebotene „Essen und Wärme“.

„Wenn diese ökumenische Initiative im Frühjahr endet, gibt es bei uns weiterhin immer dienstags und donnerstags warme Mahlzeiten“, betont Maria-Rosa Lamanna, Verantwortliche für das Martinsbrot. An die Zutaten kommt sie ebenfalls durch Spenden an die Tafel.

Dieses breite Engagement ist für die freiwilligen Helfer mit viel Anstrengung verbunden. Christine Sparr ist es das trotzdem wert: „Die Leute sind so lieb und dankbar. Ich habe Weihnachtskarten bekommen und einige Kinder haben selbstgebastelte Präsente mitgebracht.“

Sie ist von der Herzlichkeit der Menschen ausgesprochen berührt. „Und am Abend kann ich dann selbst beruhigt Weihnachten feiern, denn ich weiß, dass ich vielen Menschen in der Stadt geholfen habe.“

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