Kinder- und Jugendfarm

Kinder- und Jugendfarm: Jeden Tag neue Abenteuer

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Die „Burning Dragons“ versetzten mit ihrer Feuershow die vielen kleinen und großen Besucher des Jubiläumsfestes ins Staunen.

Offenbach - Eine riesige Gummi-Erdkugel rollt über die Wiese. Der kleine Junge, der sie anschiebt, hat einen Riesenspaß. Von Veronika Szeherova

Wenige Meter weiter sitzen Kindern am Lagerfeuer und backen duftendes Stockbrot, während die Ponys in der Koppel die Sonnenstrahlen genießen und brav die streichelnden Hände und das Gewusel hinnehmen. Es ist Frühlingsfest auf der Kinder- und Jugendfarm. Und zwar ein ganz besonderes: Das erste auf dem neuen Gelände und gleichzeitig Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins.

Sie wurden erhört. Stockbrotbacken ist seitdem eine beliebte Farm-Aktivität und fehlte auch beim Frühlingsfest nicht.

Der ersehnte milde Frühlingstag lockt Hunderte aufs Farmgelände. Schon vor dem offiziellen Beginn stehen die kleinen und großen Besucher am Eingang Schlange. „So viele Menschen waren noch nie gleichzeitig auf der Farm“, bemerkt die Schirmherrin und ehemalige Bürgermeisterin Birgit Simon. „Sie hätten nicht aufs alte Gelände gepasst.“ Der Umzug an die Buchhügelallee 94 im vergangenen Jahr war einer der Höhepunkte in der zehnjährigen Farmgeschichte, der auch viel öffentliche Beachtung fand. Doch die meisten und wichtigsten Höhepunkte, davon ist Farmsprecher Simon Isser überzeugt, spielen sich im Kleinen, im Alltag ab: „Wenn ein Kind zum ersten Mal eine Hütte gebaut hat, auf einen Baum geklettert ist, oder ein Pony ganz allein gestriegelt hat – die Kids erleben hier ihre Abenteuer.“

Mit Aktionen wie diesem Banner im Rathaus kämpften Kinder im Jahr 2004 dafür, dass Offenbach eine Kinder- und Jugendfarm bekommt.

Auch für die Mitglieder des Trägervereins „Kinder- und Jugendfarm OF“ bedeutete ihr Projekt zunächst ein Abenteuer. Als der bis heute aktive Kern von zwölf bis 15 Leuten den Verein Anfang 2003 gründete, wusste seitens der Stadt niemand genau, was so eine Einrichtung überhaupt bedeutet. Doch es gelang schnell, den Magistrat und den damaligen Oberbürgermeister Gerhard Grandke zu überzeugen. Der Verein bekam das Gelände der alten Stadtgärtnerei, auf dem er im April 2004 die Farm eröffnete. „Zeigt, was ihr könnt“, sei die Devise gewesen, erinnert sich Isser. „Wir haben es geschafft, wenn auch teils abenteuerlich – ohne Toilette, ohne Wasser.“ Von Anfang an sei die Farm gut angenommen worden sowohl von den Kindern als auch den Sponsoren. „Die Trägerstruktur ist sehr gut“, lobt der Sprecher.

Erste Farm vor über 40 Jahren

Er erzählt, dass nach zehn Jahren viele ehemalige Farmkinder den Kontakt zur Einrichtung halten, ob als freiwillige Helfer, Praktikanten oder Honorarkräfte. „Manchmal trifft man sich durch Zufall wieder, zum Beispiel an der Supermarktkasse. Und dann erinnern sie sich noch immer an ihre Erlebnisse.“

Die ersten Jugendfarmen in Deutschland wurden vor über 40 Jahren gegründet, um Kindern Raum zum Spielen, Bewegen und Erkunden der Natur zu geben. Mittlerweile gibt es über 150. Gestern kam neben Sponsoren und Vertretern der Stadt auch Konrad Dorenkamp vom Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze. „Diese Farm ist ein kostbarer Schatz für Offenbach – ein so wunderbares Gelände und schöne Stallungen habe ich noch nie gesehen“, schwärmt er.

Auch die Auszeichnungen, die die Einrichtung bisher erhalten hat, sprechen für sich, darunter der Deutsche Kinderpreis und der Ferdinand-Kallab-Preis. Gestern zählen jedoch vor allem die Preise der Tombola. Am Losverkauf bilden sich lange Schlangen, wie auch an der Kuchentheke und am Grill. Außerdem gibt es eine Farm-Rallye, eine Schatzsuche im Heuhaufen, ein Glücksrad und eine Feuershow der „Burning Dragons“. Ein spannender Auftakt für die neue Farm-Saison.

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