Jeder-Hund-Rennen

Leinen los im Mainbogen

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Erlaubt ist vieles, um den vierbeinigen Liebling zum Zieleinlauf zu motivieren. Herrchen und Frauchen verwenden gern Lockmittel wie Leckerlis oder das Lieblingsspielzeug.

Bürgel - Leinen los! Ob Bernhardiner oder Boxer, Dogge oder Dackel. Das Jeder-Hund-Rennen ist eine Mordsgaudi für alle Vier- und Zweibeiner und lockt stets viele Besucher auf das Gelände im Bürgeler Mainbogen – mittlerweile in zehnter Auflage und einem Rekord: Gut 150 Hunde machten mit. Von Tonia Hysky 

Einmal Rennbahn schnuppern, bitte. Das kommt bestens an bei Vierbeinern, Hundehaltern, Zuschauern. Und bei Jörg Winkel, Vorsitzender des Clubs für Windhundrennen Frankfurt, der die Besucher bei bestem Wetter begrüßt: „Wie Sie sehen, es ist immer was los!“ So wundert es nicht, dass in diesem Jahr ein kleines Jubiläum gefeiert wird. Das Jeder-Hund-Rennen ist zehn Jahre alt. Wo üblicherweise lediglich Windhunde über die Rennbahn sausen, ist eine wahre Artenvielfalt anzutreffen: Husky, Bernhardiner, Dalmatiner, Dackel, Australian Shepherd. Das freut Anja Hofmann, Organisatorin des Rennens. „Eine ganz bunte Mischung. Ich mag die Veranstaltung wahnsinnig gern, es hat ein bisschen den Charakter der offenen Tür.“ Für das Rennen sind 151 Hunde eingetragen, die Starterlisten sind voll belegt, mit den Vierbeinern kamen mehrere hundert Besucher und Besitzer. Für teilnehme Hunde gilt die Empfehlung, dass sie mindestens zwölf Monate alt sind. Sie müssen gesund sein und über ausreichend Kondition verfügen. Außerdem dürfen nur gechipte oder tätowierte Hunde mit gültiger Tollwutimpfung auf das Gelände – das gilt auch für die vierbeinigen Besucher.

Die Vierbeiner starten in verschiedenen Klassen. Dabei ist übliche Renndistanz stark verkürzt: 100 Meter sind es. Sogar eine eigene Senioren- und Handicapklasse ist eingerichtet. Um den Hund über die Ziellinie zu locken, ist alles erlaubt. Da wird nach allen Regeln der Kunst gerufen, gejodelt und mitgerannt. Nur eine goldene Regel müssen die Besitzern beachten: Der Liebling darf nicht getragen werden. Und natürlich wird die Hasenzugmaschine genutzt, eine per Motor gewogene Attrappe aus Gummischlauch und Flatterband, die mehr oder weniger den Jagdinstinkt weckt. Mit mehreren Verkaufs- und Informationsständen, Verpflegung und Getränken haben die Veranstalter ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt. Neben bunten Halsbändern gibt es Kosmetik, Spielsachen oder feine Leckerlis für den eigenen Liebling. Zudem stellen der Hundeschutzbund Main-Kinzig und die Tierschutzorganisation „Dogs and Friends Tierschutz International“ sich vor.

Pia Schmidt aus Hainburg hat ihren Husky-Mix Tom mitgebracht, er ist zum ersten Mal dabei. „Tom rennt unheimlich gern, und gesellig ist er auch, hier kann er endlich mal ohne Leine Gas geben. Mal schauen, ob er es kapiert.“ Und nach ein wenig gutem Zurufen von Frauchen flitzt Tom über die Ziellinie. Das läuft nicht immer so glatt: Ein Vierbeiner begrüßt freudig Zuschauer entlang der Strecke. Ein anderer überlegt es sich kurz vor dem Ziel anders und kehrt einfach um... Aber Wettkampfstimmung herrscht ohnehin nicht, denn vor allem geht es um eines: Vergnügen! Die Offenbacherin Susanne Frick ist mit ihren beiden Galgos – eine Windhundrasse – namens Ziva und Ronja bereits zum fünften Mal dabei. „Die Hunde freuen sich und haben Spaß. Und den haben wir natürlich auch.“

Das hört Organisatorin Anja Hofmann gern: „Es ist ja nicht nur das Rennen. Auch das Angebot ist für viele wichtig. Die Hundebesitzer können den ganzen Tag mit ihrem Liebling verbringen. Und dem Team bereitet die Veranstaltung ebenfalls viel Freude.“ Weitere Infos: www.cwfrankfurt.de.

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