Jets fliegen viel zu tief über Offenbach

Offenbach (tk) ‐ Seit Monaten haben Offenbacher den Eindruck, dass landende Flugzeuge viel zu niedrig über die Dächer der Stadt fliegen. Nach Hinweisen eines selbst betroffenen ehemaligen Lufthansa-Managers hat sich die städtische AG Flughafen der Klagen angenommen.

Wie bei einer Podiumsdiskussion unserer Zeitung am Mittwochabend öffentlich wurde, bestätigt die Auswertung von Flugdaten inzwischen das Gefühl der Bürger.

Zwischen 50 und 176 Meter unter der Soll-Linie

Bis zu knapp 180 Meter unter der eigentlich zulässigen Höhe donnern Flugzeuge besonders über den Süden der Stadt, hat der Berater der Stadt Dieter Faulenbach da Costa festgestellt. Dafür nutzte der Fachmann das im Internet zugängliche sogenannte Fluglärmmonitoring des Umwelthauses in Kelsterbach. Dabei stellte sich nach seinen Angaben heraus, dass die Mehrheit der Jets zu tief fliegt. Zwischen 26. und 30. August hat er zu zufällig ausgewählten Zeiten 30 Anflüge sowohl von Maschinen der Lufthansa als auch ausländischer Gesellschaften ausgewertet. Ergebnis: 70 Prozent sind zwischen 50 und 176 Meter unter der Soll-Linie, bei 30 Prozent sind es bis zu 50 Meter, der Rest ist bis zu 50 Meter über dem Soll unterwegs. Berater Faulenbach verdeutlicht die Lärm-Dimensionen unterschiedlicher Flughöhen: Als entlastender Ausgleich für die Mehrbelastung durch die neue Nordwest-Landebahn werde Offenbach eine Anhebung des Überflugs um 50 Meter in Aussicht gestellt.

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP), im Offenbacher Magistrat für die juristischen Auseinandersetzung um den Flughafen-Ausbau zuständig, hat der Deutschen Flugsicherung den Verdacht übermittelt, es werde in der ganzen Region „planmäßig niedriger geflogen“. Das wurde ihm gegenüber abgestritten. Gleichwohl versprach die Flugsicherung eine Überprüfung.

Rubriklistenbild: © dpa

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