Jet-Setter adelt Offenbach

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Frank Kuhlmann präsentiert sein aktuelles Projekt: personalisierte Siegelringe.

Offenbach - Von allen Orten auf der Welt, an denen Frank Kuhlmann lebte und arbeitete, hat er sich Offenbach als Zuhause ausgesucht. „Meine Basis“, sagt der 35-Jährige, der als Modelagent zwischen Paris, New York und Mailand pendelte. „Die erste Häuserfront ist oft hässlich, aber in den Hinterhöfen warten viele Schätze.“ Außerdem sei die Stadt überschaubar und charmant. Von Katharina Platt

Kuhlmann pflegt zu vielen Kreativen der Stadt gute Kontakte. Werber, Grafiker und Fotografen verliehen seiner Wahlheimat eine „kreative Ader“, meint der studierte Diplomkommunikationswirt.

2001 entschied sich Kuhlmann für den Ausstieg aus der Model-Branche. Der damalige Gründungspräsident von „Metropolitan Models“ hatte genug vom „oberflächlichen Leben“ und entschied sich für die Selbstständigkeit, die er als Agent einer der größten Agenturen der Welt nie hatte. Er verkaufte seine Anteile und machte sich einen Namen als Berater für Kosmetik-Konzerne. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Offenbach. In der zentral liegenden Kaiserstraße hat Frank Kuhlmann sein Büro.

Höflich wird man empfangen, eine Assistentin bringt Kaffee. Hohe Decken, große Räume, schicke Möbel bestimmen den ersten Eindruck. Wüsste man es nicht besser, könnte einem Frank Kuhlmann auch weismachen, sein Büro wäre in Paris oder Mailand und er hätte einen mal eben rüber gebeamt. Der Blick auf die laute Kaiserstraße holt einen zurück.

Zwölf Mitarbeiter beschäftigt Kuhlmann-Consulting, vier davon in Offenbach. Die anderen sitzen in Köln und Frankfurt. Der Unternehmer hat viele Eisen im Feuer. Vor allem auf den Aufbau von Marken, so genanntes Brandmarketing, ist der Kreative spezialisiert. Es sind besondere Produkte, Menschen und Marken, denen Kuhlmanns Firma auf den Markt hilft.

Sein neuestes Projekt: personalisierte Siegelringe. Als der Lifestyle-Experte auf der Suche nach einem Schmuckstück war, kam ihm die Idee. Vergeblich suchte er nach einem passenden Stück. „Dann also selbst machen“, dachte sich Kuhlmann und startete die Schmuckmarke „Code Royal“. „Es war schwer, Betriebe zu finden, die bereit waren, meine Idee umzusetzen“, erzählt er. Bislang existierten nur vier verschiedenen Farben, mit denen Achat-Siegelsteine eingefärbt werden konnten.

Kuhlmann schwebte jedoch eine größere Farbpalette vor und stieß damit an Grenzen. „Der Bearbeitungsprozess ist aufwendig.“ Es dauert Monate, bis die Farbe in die einzelnen Schichten des Lagensteins eindringt. Das genaue Ergebnis könne ohnehin nur schwer vorhergesagt werden. Erst nach 14 Monaten steckte sich der 35-Jährige seinen ersten Siegelring an den Finger. Mittlerweile können die Kunden aus über 50 Gravurvorlagen und 20 verschieden farbigen Steinen wählen. Sogar ein eigenes Wappen kann gestaltet werden.

Im edlen Koffer präsentiert er seine Schmuckstücke. „Princess Eyes“, „Frozen Sword“ oder „Killing Cyanide“ heißen die Farbvarianten der Achatsteine. Auch die Gravuren sind vielfältig. Ob Märchenschloss, Löwe, Rose, Mops, Seepferdchen oder Pirat: Mit einem der Motive kann sich fast jeder identifizieren. „Am besten verkauft sich der Froschkönig“, verrät der Marketingprofi. Er selbst trägt einen weißen Achat mit einem eigens für ihn und seine Lebensgefährtin kreierten Freundschaftswappen.

Zu seinen Kunden gehören viele Verlobte und frisch Verheiratete, die sich ein Familienwappen kreieren möchten. Nicht zu jedem passen die großen Ringe mit dem auffälligen Stein. „So ein Schmuckstück wirft Fragen auf und ist auch immer ein Statement“, erklärt Frank Kuhlmann. Deshalb wundert es nicht, das viele Künstler und Prominente zum Kundenstamm gehören. Aber auch Juristen, Akademiker und Abiturienten, für die’s eine eigene Abi-Kollektion gibt, schmücken sich mittlerweile mit den Ringen. Was in der Historie Königen vorbehalten war, ist Dank Kuhlmann nun für alle zu haben. Besiegelt wird mit dem Fingerschmuck nichts mehr, aber immer noch stehen die Siegelringe für die eigene Persönlichkeit des Trägers.

Ab 329 Euro gibt’s den Hauch von Adel zum Anstecken. In Offenbach kann man die Ringe von „Code Royal“ noch nicht kaufen. Wer mit dem imposanten Schmuckstück liebäugelt, muss nach Frankfurt fahren oder über das Internet bestellen. Auch der VfB Stuttgart gehört zum Kundenstamm Kuhlmanns. Der Kreative wünscht sich, auch für die Stadt Offenbach einen eigenen Siegelring zu gestalten. „Schließlich gehören Leder und Schmuck irgendwie zusammen.“

Weil die Nachfrage groß ist, plant der Schöngeist ein „Beach-Band“ mit Gravur. Die Bändchen, die man aus dem Schwimmbad kennt und an denen die Schlüssel für die Umkleide hängen, sollen edel aufgearbeitet und individuell gestaltet werden. Der Ideenreichtum des Wahl-Offenbachers mit dem hohen ästhetischen Anspruch scheint grenzenlos. Dabei ist ihm nicht nur der äußere Schein wichtig. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen“, meint er. „Und das passt dann wieder zu Offenbach.“

http://www.code-royal.com

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