Neubürger verändern die Sozialstruktur

Großstädte-Vergleich: Offenbach hat die höchste Beschäftigungsquote

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Die Zeiten ändern sich: Während die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen am Arbeitsort Offenbach seit zehn Jahren nahezu konstant bleibt (blaue Linie), ist ihre Zahl am Wohnort kräftig gestiegen. Heißt: Zum Arbeiten pendeln sie aus Offenbach raus.

Offenbach - Es war stets eine politische Vision für die Stadt: Neue Firmen bringen Steuern und Arbeitsplätze, gut verdienende Neubürger verändern die Sozialstruktur.

Wird es nun tatsächlich was? Offenbach hat die höchste Beschäftigungsquote im Vergleich der hessischen Großstädte, resümieren die Verantwortlichen im Rathaus. Offenbach wird als Wohnort immer beliebter. Ein unübersehbarer Indikator: Neubauten, die bei stetig steigenden Preise im Zentrum des Rhein-Main-Gebiets vor allem Menschen ansprechen, die in gut bezahltem Beschäftigungsverhältnis stehen. Die dadurch beschleunigte Aufwertung der Bevölkerungsstruktur ist mittlerweile statistisch nachweisbar: Wie der jüngste Vierteljahresbericht der Stadt zeigt, stieg der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 15 und 65 Jahren am Wohnort Offenbach seit 2014 deutlich stärker als in den anderen vier hessischen Großstädten.

Wie das Amt für Arbeitsförderung feststellt, sind die positiven Entwicklungen umso bemerkenswerter als dass die Dynamik Offenbachs als Wirtschaftsstandort „allenfalls als verhalten“ zu beurteilen ist. Heißt langfristig: Gestiegen ist vor allem die Zahl der Menschen, die in Offenbach wohnen, aber nicht zwingend hier arbeiten. Dementsprechend haben sich die Pendlerströme verändert: Erstmals verzeichnete die Statistik 2015 einen Auspendlerüberschuss von 1,3 Prozent. Somit pendeln mehr Arbeitnehmer aus Offenbach aus als ein. Diese Entwicklung setzte sich 2016 fort, der Auspendlerüberschuss lag im Juni 2016 bei 6 Prozent. „Offenbach entwickelt sich folglich derzeit von einem Arbeitsort zu einem Wohnstandort“, folgern die Experten in einer Mitteilung.

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Ursache für diese Entwicklung ist unter anderem der Rückzug der Industrie aus der Stadt: Lediglich 19,5 Prozent der Beschäftigten am Wohnort Offenbach arbeiten noch in diesem Wirtschaftszweig. In den Jahren zwischen 2008 und 2016 hat das verarbeitende Gewerbe über ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze verloren, während sich die Bauwirtschaft stabilisieren konnte und seit 2013 wieder deutlich wächst. Gewachsen ist die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe und in den Dienstleistungen für Unternehmen (darunter auch Personalüberlassung).

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Für den Oberbürgermeister bestätigen die Zahlen die bestehenden Zielvorgaben der Politik. „Die Stadt muss in den kommenden Jahren ihr ganzes Augenmerk auf die Ansiedlung neuer Unternehmen und Arbeitsplätze werfen. Mit dem Masterplan haben wir die Grundlage geschaffen, um unter anderem den Kaiserlei, den Ostbahnhof und das Allessa-Areal zu zeitgemäßen Gewerbegebieten zu entwickeln. Dort müssen qualifizierte und attraktive Arbeitsplätze entstehen“, so Horst Schneider.

Gerade das vergleichsweise große Allessa-Gelände (etwa 35 Hektar) bietet Raum für neue Ideen, am ehemaligen Güterbahnhof wiederum soll sich Industrie 4.0 ansiedeln – eine stadtverträgliche Produktion, die Arbeiten, Wohnen und Leben im Grünen in Einklang bringt. „Die Stadt wird dann auch von höheren Einnahmen aus der Gewerbesteuer profitieren, die sie benötigt, um Spielraum für Investitionen für ihre Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen.“ (mk)

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