Jugend tappt immer häufiger in Schuldenfalle

Offenbach - Noch nie hatte die Jugend so viel Geld zur Verfügung wie heute - zugleich steigt die Zahl derjenigen, die schon mit massiven Geldproblemen kämpfen.  Von Peter Schulte-Holtey

Experten bestätigen: „Verschuldungskarrieren“ beginnen immer früher, ihre Schulden haben die Betroffenen meist schon im Namen der geschäftsfähigen Eltern gemacht. Die Folge: In Hessen suchen zunehmend junge Erwachsene Hilfe.

Thomas Zipf vom Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatunggstellen beobachtet eine gefährliche Entwicklung in der Jugend.

Das Handy steht exemplarisch für eine typische Schuldenfalle. Dienste wie das Versenden von Bildnachrichten, das Herunterladen von Logos und Spielen sowie mobiles Surfen im Internet sind oft mit kaum überschaubaren Gebühren verbunden. Dass die Unerfahrenheit viele junge Erwachsene ins Finanzchaos stürzt, bestätigt Steffen Schmidt vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau. Angesichts der Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten sei es immer schwieriger, den finanziellen Überblick zu behalten, so der Experte bei der Initiative „Jugend ohne Schulden“ (Josch). Auch zeige die Erfahrung der Schuldnerberater in der Region, dass einer großen Zahl von Jugendlichen „die grundlegendsten Finanzkompetenzen fehlen“. Viele Familien könnten diese Aufklärungsarbeit offenbar nicht mehr leisten. Zudem lebten Eltern in zahlreichen verschuldeten Haushalten eine schlechte Zahlungsmoral vor.

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