Jugendehrenamtspreis überreicht

Jeder steht für das Gesamte

+
Stolz auf ihr Engagement: Die Jugendlichen des Theaterclubs Elmar und der Frei-religiösen Gemeinde erhielten am Samstag den Ehrenamtspreis der Stadt.

Offenbach - Speisen zum Wohle anderer, Unterhaltung für die Gemeinschaft: Gleich mehrere Initiativen junger Offenbacher wurden am Samstag mit dem Jugendehrenamtspreis  der Stadt ausgezeichnet. Von Katharina Hempel 

Der Boden bebt, an den Mikrofonen im Sitzungssaal der Stadtverordneten rappt die „Ohne Fronten Crew“. Die fast hundert Gäste an den Stehtischen wippen im Takt mit. Die ungewöhnlichen Klänge in dem sonst eher der Politik vorbehaltenen Raum hat sich Jugend-Referatsleiter Reinhard Knecht gewünscht. Er wollte, dass die Hip-Hop-Formation am Tag des Ehrenamtes unter dem sperrigen Titel „Die Stadt und ihre ehrenamtlich engagierten jungen Menschen“ das Rathaus „richtig rockig fetzt“.

Sein Wunsch ist der Crew Befehl: „Siehst du, wie die Teile sich zusammenfügen wie ein Mosaik? Verschiedene Typen, verschiedene Styles“, sprech-singen die drei jungen Männer. In einem Mosaik formen unterschiedlich farbige und große Stückchen ein Bild. Im großen Ganzen einer Stadt wie Offenbach, wo sich laut Knechts Berechnungen 20 000 Menschen freiwillig engagieren, würde etwas fehlen ohne den wichtigen Baustein Ehrenamt. Und um die Bedeutung dieser Arbeit hervorzuheben und sich dafür zu bedanken, verleiht Reinhard Knecht im Auftrag der Stadt am vergangenen Samstag den Jugendehrenamtspreis 2013.

Weil es Spaß macht

15 Projekte haben sich beworben. Unter die ersten Plätze geschafft haben es unter anderem die Handballabteilung des OFC mit ihrem Einsatz für die Jugendfarm, das Gruppenangebot der katholischen Jugend von Sankt Josef sowie zwei Initiativen der Jugendlichen der Frei-Religiösen Gemeinde. Reinhard Knecht belohnt sie mit jeweils 50 Euro.

Den Ehrenamtspreis 2013 erhalten am Samstag der Theaterclub Elmar und eine der Initiativen der Freireligiösen. Elmar gewinnt die mit 100 Euro dotierte Auszeichnung für ein Projekt, bei dem über einen Zeitraum von zwei Jahren Kinder und Jugendliche ein Theaterstück einstudierten. „Die Arbeit zeichnet sich durch eine Regelmäßigkeit aus, die hohes Engagement, Kontinuität und Ausdauer von allen Beteiligten verlangt, durch die sich diese weiterentwickeln“, begründet die Jury ihr Urteil. Cora Hellenthal, seit zwei Jahren bei Elmar dabei, freut sich sehr: „Wir haben zwar gehofft zu gewinnen, aber nicht damit gerechnet“, sagt die 15-Jährige. Ihr Schauspielkollege Tobias Gruhn, 17 Jahre alt, nimmt es gelassener: „Wir machen Theater, weil es uns Spaß macht.“

Die zweite Hauptauszeichnung geht an die Frei-Religiöse Gemeinde, die im Sommer zu einem Benefizessen zugunsten von Kindern und Jugendlichen ins Frauenhaus lud. Die Jury beeindruckte besonders, wie die jungen Leute als Team das Projekt entwickelt und umgesetzt haben sowie ihr organisatorisches, kreatives und vor allem karitatives Engagement.

Buntes Ehrenamt

„Wir haben schon ein Jahr vorher mit der Planung angefangen“, berichtet die 24-jährige Constanze Friedrich. „Wir haben selbst ein Fünf-Gänge-Menü für 40 Gäste gekocht und serviert. Und weil wir nicht genug Geschirr hatten, mussten wir zwischen jedem Gang spülen.“ Ihr Mitstreiter Timo Saueressig erinnert sich: „Der Samstag, an dem das Wohltätigkeits-Dinner stattfand, war die größte Herausforderung. Wir waren zu elft, haben uns schon um sieben oder acht Uhr morgens getroffen und die ganze Zeit gebangt, ob wir bis zum Abend mit allem fertig werden. Aber es hat zum Glück alles geklappt.“ Alles fügte sich erfolgreich zusammen. So wie die Teile eines Mosaiks. So wie Offenbach.

Der hessische Staatssekretär Horst Westerfeld, der eigens angereist ist, lobt denn auch die Offenbacher Jugendlichen: „Ohne das Ehrenamt wären viele gesellschaftlichen Bereiche, von der freiwilligen Feuerwehr bis zu den Übungsleitern, verarmt und nicht so bunt.“ Und Bürgermeister Peter Schneider fügt hinzu: „Mit jedem Amt ist Verantwortung verbunden. Die Ehrenamtlichen übernehmen dies freiwillig und unentgeltlich. Das ist nicht selbstverständlich.“

Lego-Roboter an der Albert-Schweitzer-Schule

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare