Jugendfarm bleibt solo

Offenbach ‐ Offenbachs Kinder- und Jugendfarm, die ihren bisherigen Standort am Spessartring bald für das neue Polizeipräsidium räumen muss, wird nun wohl doch ganz alleine auf ein neues Terrain im Osten des Buchhügels ziehen. Von Marcus Reinsch

Beide bisher als Partner für ein „Gemeinschaftsprojekt Buchhügelfarm“ gehandelten Institutionen - die Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB) und der Wetterpark - sind abgesprungen. Bei der GOAB sei die Absage „geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen“ geschuldet, heißt es. Bedeutet: Weil die Zuschüsse vom Staat eingedampft wurden, kann auch die GOAB sich viel weniger der sogenannten Ein-Euro-Jobs in ihrer Landschaftsbau- und Naturschutzabteilung auf einem anderen Grundstück des Buchhügels leisten. Und neue Räume ein Stück weiter schon gar nicht.

Ohne die als Hauptnutzer eines gemeinsamen Domizils unbedingt auch wegen ihres handwerklichen Potenzials gebrauchten Arbeitsförderer und Qualifizierer aber ist auch für den unter städtischer Regie geführten Wetterpark der Traum von einem echten Besucherzentrum für seine wachsende Gästeschar erstmal ausgeträumt. Alleine die jährlichen Betriebskosten werden auf 160.000 Euro geschätzt - deutlich zu teuer.

Kinder- und Jugendfarm muss solo umziehen

Bis Mitte des Jahres soll die zur Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) gehörende Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) aber per Machbarkeitsstudie wenigstens klären, ob und wie der Wetterpark doch noch zu einem professionell betriebenen Domizil kommen kann.

So oder so: Aus einer Buchhügelfarm in der bisher angepeilten Dimension wird nichts. Stattdessen muss die von einem Verein betriebene Kinder- und Jugendfarm nun solo umziehen. Die OPG soll am neuen Standort aus Fertigbauteilen ein entsprechend bescheideneres Farm-Gebäude für die Menschen und Stall und Koppel für die Ponys errichten lassen. Das wird wesentlich günstiger als die 1,84 Millionen Euro, die als Budget ursprünglich zur Verfügung standen.

Farmbetrieb endet im September

Insgesamt darf die Freimachung des künftigen Polizeiareals von Kinder- und Jugendfarm, Kleingärten und Kleintierzuchtverein sogar rund 4,3 Millionen Euro kosten. Das ist die Differenz zwischen den gut 10,3 Millionen Euro, auf die die 5,2 Hektar am Spessartring geschätzt werden, und den knapp über sechs Millionen Euro, die die SOH dafür der Stadt als ursprünglicher Eigentümerin zahlen musste.

Wann das Land das Grundstück tatsächlich braucht, bleibt unklar. Das kostet Planungssicherheit. Bindend ist allerdings sowieso nur der Kaufoptionsvertrag zwischen dem Hessischen Immobilienmanagement und der SOH. Und der besagt, dass das Areal Ende 2011 freigeräumt sein muss. Mit dem Farmbetrieb ist also Ende September Schluss; weiter geht es nächstes Jahr. Notfalls in einem Provisorium.

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