Akademische Feier

Jugendfeuerwehr: Eigenes Auto für Nachwuchs

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Feuerwehrchef Uwe Sauer übergab das neue Mannschafttransportfahrzeug an Jugenfeuerwehrleiter Walter Füssel und junge Brandschützer.

Offenbach - Mit einer akademischen Feier in der Sandgasse hat die Jugendfeuerwehr Offenbach ihr 30-jähriges Bestehen gewürdigt. Für die jungen Brandschützer gab es viel Lob und einige Geschenke. Von Harald H. Richter

 

Eine knallrote Seifenkiste am Eingang zum Clubraum des Kinder-, Jugend- und Kulturzentrums sowie emsig umherwuselnde junge Leute in blauer Montur zeugen davon: Hier steht an diesem Abend die Jugendfeuerwehr im Mittelpunkt. 21 Jungen und Mädchen stehen im Jubiläumsjahr in ihren Reihen, aber nicht alle sind gekommen, um den 30. Gründungstag miteinander zu feiern.

Der Offenbacher Brandschutznachwuchs rekrutiert sich zwar aus der Jugend nahezu aller Wohngegenden der Stadt, Mitglieder mit Migrationshintergrund sucht man in seinen Reihen allerdings noch vergebens. Diesbezügliche Werbung in eigener Sache ist eine Aufgabe, der man sich in der Zukunft verstärkt zuwenden will.

Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller jedenfalls lobt die seit 1983 geleistete vorbildliche Jugendarbeit und freut sich, dass aktuell auch fünf Mädchen Interesse am Brandschutz zeigen. „Tausende Stunden haben Eltern, Betreuer und inzwischen mehrere Generationen Jungfeuerwehrleute aufgebracht“, bringt Stadtrat Felix Schwenke, Dezernent für den Brandschutz, in Erinnerung. Ohne das ehrenamtliche Engagement, das immer wieder Nachwuchs für die Jugendwehr generiere, gäbe es die gewachsenen Strukturen nicht, ist er überzeugt.

Neuer Rekord

Auch Branddirektor und Amtsleiter Uwe Sauer gratuliert und nennt Zahlen: „200 Jungen und Mädchen haben sich in den 30 Jahren des Bestehens das nötige Wissen angeeignet, um helfen zu können, und jeder Dritte ist später auch in eine unserer freiwilligen Feuerwehren übernommen worden.“

Stadtjugendfeuerwehrwart Walter Füssel sieht seine zupackenden Schützlinge gut aufgestellt. Allein in diesem Jahr wurden bereits fünf Nachwuchsbrandschützer in die Einsatzabteilung integriert. Seit Anbeginn sind es derer 63 gewesen. Im eigenen Domizil im alten Rumpenheimer Gerätehaus an der Schlossgasse finden regelmäßige Gruppenabende statt. „Neulich hatten wir sogar acht Dienste in einem Monat – ein Rekord“, hebt Füssel anerkennend hervor.

Von Januar bis September wurden ein beachtliches Pensum geleistet: 90 Stunden feuerwehrtechnische Arbeit, 57 Stunden allgemeine Jugendarbeit. Nicht zu unterschätzen seien auch über 460 ehrenamtliche Betreuerstunden. Das alles mache die Qualität der Jugendarbeit aus.

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Im Beisein von Stadtbrandinspektor Stefan Sommer und umringt von seinen Schützlingen, nimmt der Jugendfeuerwehrwart aus der Hand von Uwe Sauer den symbolischen Schlüssel für ein allerdings nicht ganz neues Fahrzeug entgegen: einen Mercedes Sprinter, der sie künftig an ihre Einsatzorte bringen wird.

Die Jugendfeuerwehr profitiert davon, dass in diesen Wochen drei neue Fahrzeuge in Dienst gestellt wurden. Um ihren eigenen fahrbaren Untersatz werden die jungen Brandhelfer von manch anderer Jugendwehr im Land beneidet. Ans Lenkrad freilich darf nur ein gestandener Feuerwehrmann. Ein weiterer Wunsch geht in Erfüllung: Die Jugendwehr bekommt eine Deckenhalterung für den Beamer in ihrem Gruppenraum. Die Installation wird insbesondere bei den in den Wintermonaten verstärkt anstehenden Gruppenabenden gute Dienste leisten.

Während in Endlosschleife Bilderserien von Übungen, Einsätzen und Freizeiten auf der Leinwand erscheinen, stoßen Jungfeuerwehrleute und Gäste alkoholfrei auf Jubiläum und Weiterentwicklung an. Mit dabei fünf ehemalige Jugendfeuerwehrwarte aus drei Jahrzehnten, von denen mancher das Gefühl nicht loswird, als sei das Gezeigte gerade erst geschehen.

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