Jugendkirchentag 2016 in Offenbach

Protestantische Premiere

Offenbach - Rund um den katholischen Feiertag Fronleichnam 2016 wird es jung, bunt und evangelisch in der Innenstadt. Denn dann ist das Dekanat Offenbach erstmals Gastgeber des Jugendkirchentags. Von Rebecca Röhrich

Zu diesem Großereignis erwartet die Stadt zirka 4000 Jugendliche aus ganz Hessen. Schals um Hüfte, Kopf oder Hals: Die Teenager, die am Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) teilnehmen, sind kreativ, wenn es um das Tragen ihres Erkennungsmerkmals geht. Dieses Jahr wird es in der Farbe Grün sein, 2014 in Darmstadt war es Violett. Tausende junge Christen werden vom 26. bis 29. Mai 2016 die Straßen Offenbachs bevölkern. Die ganze Innenstadt wird dann im Zeichen des evangelischen Glaubens stehen.

Dirk Weikum von der Evangelischen Jugend Offenbach freut sich, dass dieses Ereignis in seiner Heimatstadt stattfindet. Für den 24-Jährigen wird es sein sechster Jugendkirchentag sein. Er hofft, dass die Besucher ein positives Bild von Offenbach mit nach Hause nehmen. „Wir wollen bemerkt werden“, sagt die Offenbacher Dekanin Eva Reiß. Längst hat die Stadt ihren Ruf als protestantische Hochburg verloren. Nur noch 16 Prozent der Bevölkerung gehören der evangelischen Kirche an. 2003 waren es noch knapp 30 Prozent. Aber der Zuzug von Katholiken und Muslimen in den letzten Jahrzehnten hat das Verhältnis schon viel früher umgedreht.

Aber dies sei nicht der Grund für das Offenbacher Dekanat gewesen, sich zu bewerben, sagt Reiß. Im Gegenteil: Es seien vor allem die religiöse Vielfalt und Offenheit der Stadt, die auf dem Jugendkirchentag präsentiert werden sollten. „Offenheit“ ist thematisch auch der rote Faden, der sich durch die vier Tage und drei Nächte zieht. In insgesamt fünf Themenparks soll es unter anderem um Frieden, Gerechtigkeit, aber auch um den Dialog mit anderen Religionen und Konfessionen gehen. Dazu sind Veranstaltungen mit muslimischen und katholischen Gemeinden vorgesehen. Internationale Kontakte pflegt die Französisch-reformierte Gemeinde; sie lädt Jugendliche aus hugenottischen Partnergemeinden in Polen und Frankreich ein.

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Das Zentrum liegt zwischen Kaiserstraße, Berliner Straße und Mainstraße. Im Büsingpalais lockt eine interaktive Lutherausstellung, im Lilipark dreht sich alles um die Konfirmation, im Büsingpark gibt es Workshops sowie Gottesdienste zum Thema Schöpfung. Auf Aliceplatz und Stadthof liegt der Schwerpunkt auf Interkulturellem. „Die Veranstaltungen sind allesamt interaktiv“, so Karen Emmermann, Geschäftsführerin des Jugendkirchentags, an. Die Organisatoren möchten die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholen. Die jungen Protestanten aus ganz Hessen übernachten in sechs Schulen. Insgesamt stehen dort 2400 Betten zur Verfügung – unter anderem in Rudolf-Koch- und Schillerschule.

Während des Jugendkirchentags wird der Verkehr auf dem Mainradweg aus Richtung Rumpenheim auf den Deich umgeleitet, der Autoparkplatz am Main ist nur für Anwohner nutzbar. „Die Stadt wird voller und lebendiger sein“, freut sich Dekanin Reiß. Vor allem mit vielen Fußgängern müsse gerechnet werden. Die meisten dürften einen grünen Schal tragen...

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