Auf dem Weg zur Normalität

Julia Hellmann ist die neue Hotelmanagerin im Sheraton Offenbach

55 Mitarbeiter, 221 Zimmer: Die 34-jährige Julia Hellmann freut sich auf die Herausforderungen, die sie als Sheraton-Chefin erwarten.
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55 Mitarbeiter, 221 Zimmer: Die 34-jährige Julia Hellmann freut sich auf die Herausforderungen, die sie als Sheraton-Chefin erwarten.

Hinter der Hotel- und Gastrobranche liegen harte Monate. Zwar gehören geschlossene Restaurants und Beherbergungsverbote nun hoffentlich endgültig der Vergangenheit an. „Aber wir haben noch lange nicht das Niveau von vor Corona erreicht“, sagt Julia Hellmann.

Offenbach – Sie ist die neue Leiterin des Sheraton-Hotels am Büsingpalais. Vor gut vier Wochen trat sie den Posten offiziell an. Die 34-Jährige weiß, dass ihre Beförderung in eine Zeit fällt, die große Herausforderungen mit sich bringt. Trotzdem scheut sie sich nicht davor. „Ich kenne das Haus, habe das Vertrauen unserer Management-Firma.“

Schon seit 2010 ist sie der Hotelkette treu: Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau und Stationen in Dubai und Mallorca trat sie 2010 eine Stelle im Frankfurter Sheraton an. 2015 ging es für sie dann nach Offenbach; zunächst als Empfangschefin, im August dieses Jahres wechselte sie in die Position der Personalchefin. Dass der nächste Schritt auf der Karriereleiter dann so kurz darauf ansteht, damit hatte Hellmann eigentlich nicht gerechnet. Für die Größe des Hauses – 55 Mitarbeiter, 221 Zimmer – sei sie mit 34 vergleichsweise jung.

Doch als klar war, dass ihr Vorgänger Dirk Wilhelm Schmidt nach seiner fünfjährigen zweiten Amtszeit als Manager das Haus verlassen würde, um sich einem neuen Job zu widmen, und man Julia Hellmann daraufhin die Position anbot, stand für sie schnell fest, dass sie diese Herausforderung annehmen würde. „Da war aber auch bereits absehbar, dass es nun bergauf gehen wird.“

In einer intensiven Einarbeitungszeit bereitete sie ihr bisheriger Chef auf ihre neue Aufgabe vor. „Ich musste mir schon einige neue betriebswirtschaftliche und buchhalterische Dinge aneignen“, erzählt die Sheraton-Leiterin. Doch Julia Hellmann ist ehrgeizig, kann sich zudem voll auf ihr Team verlassen. Mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet sie seit Jahren. „Hier im Haus ist der Teamgeist besonders groß“, sagt sie. So sei man auch verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, zwar habe es Kurzarbeit gegeben, aus der noch immer nicht alle zurück seien. „Aber wir mussten niemanden entlassen und waren auch froh, dass wir unsere Azubis nicht in Kurzarbeit schicken mussten.“

Für Julia Hellmann stand trotz der Corona-Krise nie zur Debatte, sich anders zu orientieren. „Ich bin der Branche sehr verbunden“, sagt sie. Vor allem der ständige Kontakt zu Menschen sei es, der ihr gefällt. Früher, am Empfang, waren es die Gäste, jetzt sind es in erster Linie die Mitarbeiter, mit denen sie sich auseinandersetzt. Obwohl sie auch als Hotelmanagerin weiterhin Wert darauf lege, bei den Gästen Gesicht zu zeigen.

Jetzt aber geht es für sie erst einmal darum, dass im Sheraton wieder Normalität einkehrt, mit all dem, was Corona verändert hat. Der September jedenfalls sei ein ganz guter Monat gewesen, wegen der Lederwarenmesse, berichtet Julia Hellmann. „Wir hatten eine Auslastung von 25 Prozent, vor Corona waren es in einem guten September aber etwa 80 Prozent.“ Das Sheraton, dass vor allem von Geschäftsreisenden und als Tagungshotel genutzt werde, habe es derzeit noch schwieriger als klassische Urlaubshotels, weil viele Unternehmen noch immer zurückhaltend seien.

Es gibt also noch viel zu tun. Schritt für Schritt. So soll ab dem 28. November etwa wieder der Weihnachtsbrunch starten, der 2020 ausfallen musste. „Wir wollen so auch ein Lebenszeichen an die Offenbacher Bevölkerung senden, die uns immer sehr treu war.“ (Von Lena Jochum)

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