Junge und ganz junge böse Buben

Offenbach - (mcr) Im ewigen Kampf gegen die Kriminalität hat es die Polizei nicht nur zunehmend mit Gaunern zu tun, die sich beispielsweise beim Ausspähen von Geheimzahlen an Geldautomaten der jüngsten Generation von technischen Hilfsmitteln bedienen. Die Ordnungshüter stoßen auch immer wieder auf die jüngste Generation von Tätern.

Vorgestern Abend zum Beispiel. Da begegneten Offenbacher Ermittler in der Frankfurter Straße einem Einbrecher, dem vermutlich nicht mal einen Klaps von Justitia fürchten muss - er ist 13 Jahre alt, also gerade noch so strafunmündig.

Und dabei hatte der Kleine gemeinsam mit drei möglicherweise auch nicht älteren Kumpanen einige kriminelle Energie an den Tag gelegt. Die Kinderbande knackte am Donnerstag, kurz vor 21 Uhr, die Kellerparzelle eines kleinen Ladens, klaute Getränke und gab Fersengeld, als der Ladenbesitzer den Braten roch. Nur der 13-Jährige rannte nicht schnell genug, landete auf der Polizeiwache und plauderte dort zumindest die Vornamen der anderen drei bösen Buben aus, bevor seine Eltern ihn abholten. Eventuell müssen die ihren Sprössling aber nochmal abliefern; die Polizei überprüft gerade, ob das diebische Quartett auch für einen anderen Kelleraufbruch im gleichen Haus in Frage kommt, bei dem Getränke gestohlen wurden.

Älter, wenigstens nach Jugendstrafrecht strafmündig und deshalb eher noch dümmer als die kleinen Strolche: der 17-jährige und der 19-jährige Offenbacher, die in der Nacht zum Donnerstag dank der Wachsamkeit eines Autohaus-Wachmanns mit einem Teleskopschlagstock am Ende einer Spur der Verwüstung in der Schumannstraße festgenommen worden waren. Die Zahl der Autos, deren Scheiben das Duo zertrümmert haben soll, ist mittlerweile von 14 auf 19 gestiegen.

Und nachdem sich die Vandalen anfangs gegenseitig beschuldigt hatten, im erweiterten Lauterborngebiet um sich gehauen zu haben, liegt den Ermittlern jetzt ein Geständnis vor. Die Jugendlichen, das berichtete die Polizei gestern, haben ausgesagt, dass sie am Hauptbahnhof gestartet und via Weikertsbloch- und Schumannstraße bis zur Merianstraße unterwegs waren, um „Aggression abzubauen“.

Nicht alleine das bringt die Ordnungshüter zum Kopfschütteln. Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei dürfte der Ältere des Duos auch für einen Einbruch in einen Telefonladen Ende Januar verantwortlich sein. Zum Vorwurf habe er nur eines zu sagen gehabt: „Die Sache wird doch sowieso eingestellt.“ Kommentar der Ermittler: Bleibt abzuwarten, ob die Justizbehörden der gleichen Meinung sind.

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