„Im Center bekannt wie ein bunter Hund“

Junkie klaut regelmäßig im KOMM und muss ins Gefängnis

Offenbach - Weil er im KOMM in schöner Regelmäßigkeit lange Finger gemacht hat, um mit dem Verkauf der Diebesbeute seinen Drogenkonsum zu finanzieren, muss ein 46-Jähriger acht Monate ins Gefängnis.

Vor dem Offenbacher Amtsgericht schilderte der Angeklagte – nennen wir ihn Reinhard K. – Richter Manfred Beck seine traurige Vergangenheit. Er wuchs ohne Eltern auf, wurde jahrelang von Heim zu Heim gereicht. Schon als 13-Jähriger verfiel K. dem Konsum von Haschisch und Marihuana, kam nicht mehr davon los. Heute ist K. ein Mann ohne Perspektive, der lange von Hartz IV und in Offenbacher Notunterkünften gelebt hat. Regelmäßig steuerte er das KOMM an, um, wie Richter Beck es formuliert, die dortigen Läden zu „entreichern“. Die gestohlenen Waren verkaufte er an ihm bekannte Hehler, um sich vom Erlös Stoff für den nächsten Joint oder eine Dosis Koks kaufen zu können. Eine Verkäuferin aus dem KOMM schilderte vor Gericht, dass die Verluste durch Diebstähle in Offenbach extrem hoch seien. Der Angeklagte sei im Einkaufszentrum so bekannt gewesen wie ein bunter Hund.

Als K. dort vor einigen Monaten DVDs klaute, folgte ihm die Mitarbeiterin und stellte ihn im Treppenhaus eines Gebäudes in der Innenstadt. Auf die Aufforderung, die DVDs zurückzugeben, entgegnete K. nur, dass diese jetzt ihm gehörten. Er schubste die Verkäuferin zur Seite und verschwand mit dem Diebesgut, das er kurz darauf verkaufte. Das Gericht verurteilte K. zu acht Monaten Freiheitsstrafe, die er bereits verbüßt. 

Die Diebesbeute eines Langfingers

jb

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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