Wo bleibt nur der Frühling?

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Beim Ferienprogramm der Offenbacher Kinder- und Jugendfarm dreht sich alles um das Hühnerei. Da darf das Bemalen und dekorative Verzieren von Eiern nicht fehlen. Arina und Tim sind mit viel Spaß und Kreativität dabei. Schließlich können die Kinder so für bunte Abwechslung sorgen.

Offenbach - Schöne Feiertage bei um die 25 Grad draußen in der Sonne verbringen: Das ist mit einem Flugticket nach Kreta oder auf die Kanarischen Inseln durchaus möglich. In heimischen Gefilden hingegen ist jedoch unverändert Winterjacke und Frieren angesagt. Von Sabrina Kristen

Dabei leiden nicht nur Privatpersonen unter den kalten Ostertagen. „Wir hinken den Umsatzzahlen der vergangenen Jahre weit hinterher“, erzählt Holger Conrad. Er betreibt eine Gärtnerei an der Rohrstraße in Rumpenheim. Dabei könnten Blumen wie Stiefmütterchen oder Primeln durchaus mit Nachtfrost umgehen. „Noch ist nichts verloren. Der Frühling hat sich zwar verspätet, aber unsere Pflanzen sind nach wie vor schön.“

Weit ärgerlicher an der andauernden Kälte ist, dass diese mit zusätzlichen Kosten für die Gärtnerei verbunden ist. Dieses Jahr bedürfen viel mehr Pflanzen einer umfassenden Bewässerung. Die Zeit um Ostern war in den vergangenen Jahren weit milder und die Nachfrage nach Pflanzen deshalb höher.

„Normal ist die derzeitige Wetterlage wirklich nicht“

„Normal ist die derzeitige Wetterlage wirklich nicht“, urteilt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Temperaturen um die 15 Grad wären derzeit eigentlich üblich. Damit sind aber die vergangenen Jahren ebenso aus dem Rahmen gefallen. Wer denkt nicht gern an Ostern 2011 zurück, als es um die 25 Grad warm war? Gewöhnlich haben die Gastronomen zu dieser Zeit ihre Sitzgarnituren für die Außenbewirtschaftung bereits vollständig hervorgeholt. „Sonst haben wir schon alles aufgebaut, aber jetzt müssen wir noch warten. Es ist einfach zu kalt“, sagt eine Kellnerin der Bieberer Gaststätte „Zur Käsmühle“.

Andere Lokalitäten versuchen jedoch der Kälte zu trotzen: Seit Mitte März setzt die „Radeberger Stubb“ am Wilhelmsplatz auf Außenbestuhlung, indes bislang mit wenig Erfolg. „Die Kälte macht sich traurigerweise deutlich bemerkbar – um die 50 Prozent weniger Gäste. Ein sonniger Herbst als Ausgleich wäre toll“, meint Inhaber Ahmed Amezzu.

Gemütlich im T-Shirt draußen sitzen und ein kühles Getränk genießen, darauf wird voraussichtlich auch in den kommenden Wochen verzichtet werden müssen. „Zwar wird der Nachtfrost weiter abnehmen, aber der große Frühlingsausbruch ist weit und breit nicht in Sicht“, so Friedrich.

Oster- und Frühlingsbilder unserer Leser

Frühlingsbilder unserer Leser

Eine ungute Wetterprognose hat ebenso für den ganzjährig geöffneten Offenbacher Waldzoo negative Konsequenzen: „Erst mit steigenden Temperaturen erhöhen sich auch die Besucherzahlen“, erzählt Jessica Schmidt. Sie betreut als Auszubildende zirka 300 Tiere. Aufgrund der geringen Besucherzahlen steigen zugleich die Futterkosten. „Normal können die Leute bei uns das Futter kaufen und dann an die Tiere weitergeben. Jetzt muss meine Chefin alles ohne Unterstützung aus eigener Tasche zahlen“, klagt die 19-Jährige.

Es gibt aber schöne Nachrichten aus dem Zoo. So erblickte vor sieben Wochen Lieselotte das Licht der Welt. Das kleine Shetlandpony verzaubert sowohl die Besucher als auch die Tierpfleger.

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