Oberbürgermeister und Stadtkämmerer legen Haushalt für 2014 vor

Käthe-Kollwitz-Schule: Wieder Angst um Beginn der Sanierung

Offenbach -  Die Käthe-Kollwitz-Schule wendet sich in einem Offenen Brief an die Fraktionen des Parlaments. Die Bitte: Die Sanierung des Schulgebäudes nicht schon wieder verschieben! Von Sarah Neder und Thomas Kirstein 

Heute legt der Oberbürgermeister und Stadtkämmerer einen neuen Haushalt für das Jahr 2014 vor – den ersten Versuch hat der Regierungspräsident als fehlerhaft nach Offenbach zurückgeschickt. An der beruflichen Käthe-Kollwitz-Schule geht die Furcht um, aktuelle Streichungen im Zahlenwerk könnten zu Lasten der städtischen Berufsbildungseinrichtung gehen.

Das Gebäude auf dem Buchhügel ist zweifellos eines, das den Rand der Zumutbarkeit sowohl vom Zustand als auch von der Kapazität her weit überschritten hat. Das betonen Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler erneut in einem gemeinsamen offenen Brief an die Stadtverordnetenfraktionen. Befürchtet wird, dass ein gekappter Etat eine billige „Anstrichsanierung“ oder ein auf die nächsten fünf bis zehn Jahre gestrecktes Projekt nach sich ziehen könne.

„Die Schule ist eigentlich nicht mehr zumutbar“

Die Kollwitz-Schule, an der 1261 Schüler unterrichtet werden, ist nicht etwa besonders ungeduldig. „Bereits 2007 wurde die Sanierung als so dringend erachtet, dass sie auf Priorität gesetzt wurde und 2012 abgeschlossen sein sollte“, werden die Stadtverordneten erinnert. In der Zwischenzeit vertröstete die Stadt, reduzierte und erhöhte den Umfang der Sanierung, beauftragte und stoppte Planungen, ließ Beschlüsse fassen und gab Erklärungen ab.

Marlies Stülb, seit drei Jahren Leiterin der Einrichtung, sagt, was allen Betroffenen auf den Nägeln brennt und auch schon bei diversen Demonstrationen im Rathaus vorgebracht wurde: „Die Schule ist eigentlich nicht mehr zumutbar.“

Was alle beklagen: Der Bau aus den 70ern selbst ist marode; in den Wänden steckt gesundheitsgefährdendes Asbest; die Schule ist in vielen Belangen nicht mehr zeitgemäß, technisch vorsintflutlich ausgestattet, lebt mit Provisorien.

Lehrerzimmer sind viel zu klein

Und es fehlt Platz an allen Enden. So sind Lehrerzimmer für höchstens vierzig Personen ausgelegt, de facto arbeiten aber etwa 120 Pädagogen an der Kollwitz-Schule. Lehrlinge müssen auf Dependancen ausweichen. „Das ist für Lehrer und Schüler eine Belastung“, sagt Rektorin Stülb.

Für die behinderten Kollwitz-Berufsschüler ist das Gebäude überhaupt nicht ausgelegt. Rollstuhlfahrer kommen mangels Aufzügen nicht in obere Stockwerke, es gibt nur eine Behindertentoilette, die eher einer Abstellkammer gleicht.

Offenbachs Schuldezernent Felix Schwenke (SPD) kann Sorgen und Klagen nachvollziehen, erläutert aber, dass die Zukunft der Berufsschule nicht in städtischer Hand liege. Im Haushalt selbst wird wohl nichts an den Investitionen in die Schulen geändert: „Kollwitz bleibt auf Platz 1 der Prioritätenliste.“ Allerdings muss alles, was die unter den Schutzschirm des Landes geflüchtete Stadt ausgeben will, vom Regierungspräsidium abgesegnet werden: „Die Behörde behält sich die Genehmigung für Kreditaufnahmen und Einzelprojekte vor. Da können wir nur Gespräche führen, aber nichts erzwingen.“

Rückblick: Modenschau der Käthe-Kollwitz-Schule 2013

Modenschau der Käthe-Kollwitz-Schule

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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