Käthe-Kollwitz-Schule wird für 18,7 Millionen Euro saniert

Künftig kürzere Wege und frei von Asbest

Offenbach - Die mehr als 1 200 Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule von heute werden vermutlich nichts mehr davon haben: Frühestens Anfang 2018 soll die Ende 2014 beginnende und in fünf Abschnitte unterteilte Sanierung der Berufsschule am Buchhügel fertig sein. Von Matthias Dahmer

Der Magistrat hat am Mittwoch die mit 18,7 Millionen Euro bislang teuerste Sanierung im Zuge des städtischen Schulbauprogramms durchgewunken. Gestern wurde der entsprechende Projektbeschluss vorgestellt.

Für Schuldezernent Felix Schwenke ist Offenbach damit einen „großen Schritt weiter“ im Bestreben, die Schulen auf den neuen Stand zu bringen. Er erinnert daran, dass die Sanierung des 1978 errichteten Baus ursprünglich im Wege einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft geplant war. Nach dem Entschluss, es doch in städtischer Regie anzupacken, sei das Projekt dann aber Opfer der Schutzschirmproblematik geworden, was zu Verzögerungen geführt habe. „Nun geht es um Erweiterung, Asbest-Entfernung und Inklusion“, blickt der Dezernent nach vorn.

Asbestbelastung im Schulgebäude

Tatsächlich dürfte mit der vorgesehenen Beseitigung der im Schulgebäude festgestellten Schadstoffe ein heftiger Streitpunkt verschwinden, wie Schulamtsleiter Thomas Löhr hofft. Die Asbestbelastung hatte unter anderem dazu geführt, dass Lehrer und Schüler vor Parlamentssitzungen im Rathaus demonstriert hatten.

In der Magistratsvorlage ist aufgelistet, was alles herausgerissen werden muss: Zirka 6 000 Quadratmeter asbesthaltiger PVC-Bodenbelag, etwa 850 Eternitplatten, je zwölf Brandschutztüren und Brandschutzklappen sowie sieben Fensterdichtungen. Dazu müssen 10 500 Meter Dämm-Material und mehr als 13.000 Quadratmeter Deckplatten aus ebenfalls als Schadstoff klassifizierter künstlicher Mineralfaser entsorgt werden.

Behindertengerechte Erschließung

Eine Erleichterung dürften die nach der Sanierung wesentlich kürzeren Wege im Schulgebäude sein. Die drei derzeit parallel verlaufenden langen Flure, die nur über den Haupttrakt zu erreichen sind, werden miteinander verbunden.

Hinzu kommt ein Aufzug, der die bislang fehlende behindertengerechte Erschließung des Baus ermöglicht. Die KKS ist die zuständige Berufsschule für die Mitarbeiter der Werkstätten Hainbachtal, ungefähr 60 Behinderte werden dort unterrichtet. Weil die baulichen Voraussetzungen fehlen, lernen Schüler der Werkstätten, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, im Hainbachtal. Nach der Sanierung, sagt Schulamtsleiter Löhr, ist die Käthe-Kollwitz-Schule fast 100 Prozent barrierefrei.

Weiterführende Schulen in Offenbach

Weiterführende Schulen in Offenbach

Eine deutliche Verbesserung bringt die Sanierung für den Textilzweig der Berufschule: Der ist seit längerem an die Anne-Frank-Schule ausgelagert und kann in den Kollwitz-Bau zurückkehren. Die Textilklassen erhalten zudem einen Ausstellungs- und Verkaufsraum, der durch die Halbierung der jetzigen Kiosk-Lagerfläche geschaffen wird. Die andere Hälfte dient künftig als Vorbereitungs- und Ausgaberaum der Cafeteria.

Grundsätzlich ist eine Neustrukturierung des Gebäudes geplant, um eine neue Raumaufteilung zu erreichen. Zu diesem Zweck sollen unter anderem nicht-tragende Wände eingerissen, bestehende Türöffnungen geschlossen und neue geschaffen werden. Damit verbunden ist der Einbau großer, verglaster Elemente an Stelle von raumhohen geschlossenen Fassadenteilen, um mehr Licht in das derzeit dunkle Gebäudeinnere zu bringen. Zum „Pflichtprogramm“ der Sanierung gehört, das Schulgebäude bei Energie-Effizienz, Brandschutz und Technik auf den aktuellen Stand zu bringen.

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