„manroland“: Kein Interesse am Standort Offenbach

Offenbach - Die Lübecker Possehl-Gruppe will einen Teil des insolventen Druckmaschinenkonzerns „manroland“ übernehmen. Am Standort Offenbach äußerten die Norddeutschen aber kein Interesse.

Bei dem Interesse gehe es um den Standort Augsburg, an dem Maschinen für den Rollenoffsetdruck gefertigt werden, bestätigte Possehl am Dienstag. Der Konzern will nach eigenen Angaben einen Großteil der Arbeitsplätze am Stammsitz in Augsburg erhalten, auch der Standort im sächsischen Plauen solle durch längerfristige Lieferbeziehung gestützt werden. Eine spätere Beteiligung sei nicht ausgeschlossen. An der Offenbacher Produktion für Bogendruckmaschinen bestehe aber kein Interesse.

Über das Interesse der Lübecker hatte am Montag die „Augsburger Allgemeine“ berichtet. Die Entscheidung über den Verkauf soll nach Angaben des Insolvenzverwalters von „manroland“, Werner Schneider, an diesem Mittwoch fallen. Neben Possehl bietet noch ein US-Investor - allerdings für alle drei Standorte, darunter auch das Werk in Offenbach mit rund 1900 Beschäftigten. Nach Angaben aus Finanzkreisen handelt es sich um die Firma Platinum Equity. Das Unternehmen selbst wollte sich bislang nicht äußern. Schneider hatte am Montag erklärt, es gebe zwei Angebote, und er gehe davon aus, dass alle drei Werke mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ erhalten werden könnten.

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Die Possehl-Gruppe ist ein Konzern mit neun unabhängigen Geschäftsbereichen. Sie erzielte 2011 einen vorläufigen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro. Weltweit werden rund 9300 Mitarbeiter beschäftigt, die Hälfte davon in Deutschland. Bei „manroland“ in Augsburg arbeiten nach Unternehmensangaben noch knapp 2200 Menschen, in Plauen 680. Der Druckmaschinenhersteller  hatte wie die gesamte Branche den Internetboom negativ zu spüren bekommen. Ende November meldete das von Allianz und MAN getragene Unternehmen Insolvenz an.

dpa

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