„Kaffeemühle“ sagt Adieu

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Marina und Wolfgang Beinenz verabschieden sich vom Offenbacher Wochenmarkt.

Offenbach ‐ 14 Jahre verströmte Wolfgang Beinenz’ „Kaffeemühle“ das verführerische Aroma frisch gerösteter Kaffeebohnen über den Wilhelmsplatz. Zunächst drei Mal in der Woche, dann nur noch samstags. Von Katharina Skalli

Nun verabschiedet sich die Familie vom Wochenmarkt. Grund für den Abschied: Der neue Belag auf dem Platz, der eigentlich alles noch besser machen sollte. Standbetreiber Wolfgang Beinenz erlitt vor vier Jahren einen Schlaganfall. Seit dem ist er halbseitig gelähmt und zu 100 Prozent schwerbehindert. Weil sich der Platz nach dem Umbau stärker krümmt als zuvor, kann der 53-Jährige nur noch mit Schmerzen hinter seinem Stand arbeiten. Auch das Natursteinpflaster macht Beinenz Schwierigkeiten. Ein selbst gebautes Podest aus Holz hat nur wenig Abhilfe gebracht.

Schweren Herzens haben Wolfgang Beinenz und seine Frau entschieden, dem Offenbacher Wochenmarkt den Rücken zu kehren. Die Familie verliert damit nicht nur ihr zweites Standbein, sondern auch einen Ort zum Kraft tanken. „Für mich war die Arbeit am Stand eine Art Therapie“, sagt Wolfgang Beinenz, der nach der Hirnblutung in vielen Dingen eingeschränkt ist.

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