Kahlschlag für Stromleitungen

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„Auf Stock gesetzt.“ So bezeichnen Fachleute das, was die Anwohner entlang des Offenbacher Bahndamms erzürnt und in ihren Augen ein „Kahlschlag“ ist. Grund: Eschen, Ulmen, Essig- und Maulbeerbäume waren den Stromleitungen gefährlich nah gekommen.

Offenbach (mk) ‐   Es war keine Nacht- und Nebelaktion: In der Nacht zum 1. März ist das neue Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Kraft getreten. Neu: Baumfällungen und Gehölzrodungen dürfen zwischen 1. März bis 30. September nicht vorgenommen werden.

Dann das: Die Bahn rodet in der zweiten März-Woche den Bahndamm. „Machen Sie was“, lautet der auffordernde Hinweis an Redaktion und Umweltamt.

Tja, geht nicht. Die Bahn, respektive ihre Tochtergesellschaft DB Fahrwegdienste GmbH darf. Begründet liegt das in der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Grob: Es sind notwendige Vorkehrungen zu treffen, um Schäden anderer zu verhindern. Und genau das trifft auf dem Bahndamm zu, sagt Umweltamtschefin Heike Hollerbach, deren Mitarbeiter nach dem Hinweis gleich in die Marienstraße gefahren sind. Im konkreten Fall mussten Eschen, Ulmen, Essig- und Maulbeerbäume „auf Stock gesetzt“ werden, da sie den Hochspannungsleiten an der Bahntrasse zu nah gekommen sind. Hollerbach beruhigt („Die Bäume treiben alle wieder aus“) und kündigt die nächste Aktion an: In Höhe Sprendlinger Landstraße fällt die Bahn bald zwei Bäume.

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