Kreisel wird zurückgebaut

Kompromiss zum Kaiserlei

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Es geht voran am Kaiserlei: Die beiden blau umrandeten Baugebiete befinden sich im Aufstellungsverfahren. Im Baugebiet 610 gilt es, die einzelnen, inzwischen Frankfurter Grundstücksflächen auf Offenbacher Gemarkung neu zu ordnen, um die Verlängerung der Berliner Straße (als Kaiserleipromenade) zur Strahlenbergerstraße zu ermöglichen. Bereits bebaut ist das gelb markierte Gebiet (unter anderem Hyundai). Die dunkelblaue Linie stellt die Gemarkungsgrenze zwischen Frankfurt (im Süden) und Offenbach (im Norden) dar.

Offenbach - Die jüngsten Schlagzeilen um die von der Stadt Frankfurt und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider gewünschte Multifunktionshalle für Sport und Kultur am Kaiserlei haben den verantwortlichen Stadtplanern beider Kommunen einige Kopfschmerzen bereitet. Von Fabian El Cheikh

Schien es doch, als würde die Arena das für Offenbach so wichtige Projekt des Kreiselrückbaus ernsthaft gefährden. Das wird sie aber nicht, bemüht sich Susanne Schöllkopf, Leiterin des Offenbacher Amts für Stadtplanung, öffentlich geäußerte Bedenken zu zerstreuen. Der Umbau wird kommen, Ende 2014 sollen die Arbeiten beginnen. Die Ausschreibungen für die Planungsleistungen laufen bereits. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass Umbau und Halle voneinander entkoppelt werden.“ Das bestätigt das Büro des Frankfurter Baudezernenten Olaf Cunitz: „Der Kreiselumbau hat Priorität, dem wollen wir nicht im Wege stehen.“

Das heißt im Klartext: Der Kreisel wird wie geplant verschwinden und bis voraussichtlich Mitte 2016 in eine Ampelkreuzung umgewandelt. Nur so ist zu vermeiden, dass der schon lange bestehende Planfeststellungsbeschluss nicht hinfällig wird und dadurch das Projekt um Jahre zurückgeworfen wird – oder gar platzt. Und die Halle? „Wir müssen schauen, wie die sich im Nachhinein noch integrieren lässt“, sagt Cunitz’ Referent Wulfila Walter. Derzeit ruhe die Ausschreibung. Susanne Schöllkopf betont: „Der Investor, der sie baut, wird eine überzeugende Verkehrslösung finden müssen.“

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Klar ist: Die Fahrzeuge von vielleicht 15.000 Besuchern waren nicht Teil des im Verkehrsgutachten berücksichtigten Verkehrsaufkommens, auf das der Planfeststellungsbeschluss beruht. „Das hat ein Gutachter im Auftrag Frankfurts und Offenbach bestätigt.“ Der zusätzliche Verkehr würde in den Zeiten, in denen sich Berufs- und Besucherverkehr überschneiden, zu einer Überlastung des Knotens führen, was auch die Zusagen des Bundes gefährden würde. „Die sind an die Bedingung gebunden, dass es zu einer langfristigen Entlastung der A utobahn 661 kommt.“

Für den potenziellen Investor der Halle, die ausschließlich aus privaten Mitteln entstehen soll, bedeutet das: Wer neuen Verkehr verursacht, muss eine Verkehrslösung finden. Eine große, wenn auch nicht unüberwindbare Hürde. „Am Verkehr wird die Arena nicht scheitern“, ist Schöllkopf überzeugt. Unabhängig vom Kreiselumbau müsste jedoch für eine solche Halle der Regionalplan und der Regionale Flächennutzungsplan geändert sowie der städtebauliche Rahmenplan zwischen Frankfurt und Offenbach angepasst werden. Zusätzlich müsste das Verkehrssystem großflächig überprüft und auf Basis eines neuen Gutachtens ein Bebauungsplan erstellt werden. Das könne aber erst geschehen, wenn das genaue Betriebskonzept bekannt sei. Letztlich, deutet die Stadtplanerin an, hänge es von der Wirtschaftlichkeit ab, ob sich Investoren und Betreiber für dieses Projekt finden lassen.

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Auch ohne die Halle haben die Planungsämter einiges zu tun: Der Rahmenplan zwischen Frankfurt und Offenbach muss ergänzt und der Bereich der neuen Frankfurter Grundstücke neu geordnet werden, um die Berliner Straße in ihrer Verlängerung als Kaiserleipromenade zur Strahlenbergerstraße führen zu können. „Im Kaiserleigebiet haben wir sehr komplizierte Zusammenhänge, die wir sauber abwickeln müssen. Oft machen wir zwei Schritte vorwärts und müssen wieder einen zurücksetzen.“ Entscheidend ist: Noch 2014 muss der Bau beginnen, ansonsten könnten Bund und Land die Finanzierung wieder in Frage stellen.

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