Der Zeitplan steht, die Kosten sind beziffert

Kaiserlei-Umbau wird teurer

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Auf der Kaiserleipromenade, wo jetzt noch geduldeterweise Fahrzeuge am Eingang zur S-Bahn-Station Kaiserlei parken, rollt wohl noch vor 2016 der Verkehr zwischen Frankfurt und Offenbach. Die Straße wird unter der Autobahnbrücke zur Berliner Straße verlängert und soll den Autobahnanschluss deutlich entlasten.

Offenbach - Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel beginnt der Countdown für den seit Jahrzehnten geplanten Rückbau des Offenbacher Kaiserleikreisels. Von Fabian El Cheikh 

Nach der Eröffnung der neuen Osthafenbrücke in Frankfurt, die aller Voraussicht nach bald deutlich mehr Verkehr durch den Verkehrsknoten an der Autobahn 661 drücken wird, treibt die Stadtverwaltung den Umbau voran. Vor zwei Tagen fasste der Magistrat den sogenannten Projektbeschluss, den die Stadtverordneten in ihrer Sitzung Ende Januar absegnen sollen. In der Nachtragsvorlage an das Stadtparlament beziffert die Stadt die konkreten Kosten: War bislang stets von 26 Millionen Euro die Rede sowohl für den Umbau des Rondells als auch für den Neubau von weiterführenden Straßen im Kaiserleigebiet, geht das Stadtplanungsamt nun von 31,9 Millionen Euro aus. Sigrid Pietzsch, die das Projekt vom inzwischen pensionierten Stadtplaner Hans-Joachim Bier-Kruse geerbt hat, führt die Mehrkosten auf neue technische Richtlinien und gestiegene Honorare für Ingenieurleistungen zurück. Eine finanzielle Belastung für die Stadt entstehe dadurch aber nicht. Den Offenbacher Anteil an dem von Bund und Land geförderten Umbau in Höhe von 8,4 Millionen Euro übernimmt die Stadt Frankfurt, die als Ausgleich Gewerbeflächen am Kaiserlei auf bislang Offenbacher Gemarkung erhielt.

Bekannt geworden ist zudem die Höhe der Kostenbeteiligung, zu der die Anlieger der Strahlenbergerstraße verpflichtet werden: Sie sollen einen Anteil von zusammen 2,03 Millionen Euro aufbringen. Immerhin entfallen entsprechende Pläne für die künftigen Gewerbetreibenden an der Kaiserleipromenade. Warum, erklärt Sigrid Pietzsch: „Aufgrund der unmittelbar angrenzenden Gemarkungsgrenze zu Frankfurt dürfen wir nach gültiger Rechtsprechung dort keine Straßenbeiträge einfordern.“ Ärgerlich für die Stadt, erfreulich für Hyundai und andere Unternehmen, die sich künftig entlang der Promenade ansiedeln wollen. Entsprechende Gespräche mit Investoren würden bereits geführt, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Die endgültige Festlegung der Gemarkungsgrenze zwischen Frankfurt und Offenbach stellt für die Stadtplaner die vielleicht spannendste Aufgabe im kommenden Jahr dar. Flächen müssen, damit sie für Investoren geeignet sind, neu geordnet und parzelliert werden. Dieses Puzzlespiel erfolgt auch mit Blick auf den Grundstückstausch und dem Bau neuer Erschließungsstraßen.

Bestes Beispiel: Derzeit befindet sich ein Teil der Kaiserleipromenade, über deren Verlängerung zur Strahlenbergerstraße künftig der städtische Verkehr zwischen Frankfurt und Offenbach rollen soll, auf Frankfurter Territorium. So auch der südliche Gehweg. Der übrige Teil der Straße verläuft auf Offenbacher Gebiet. „Wir müssen wissen, wo das Planungsgebiet anfängt und aufhört“, so Sigrid Pietzsch. Nach der zu erwartenden Zustimmung der Stadtverordneten sollen im neuen Jahr die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe der Bauleistungen fortgesetzt werden. Avisierte Bauzeit: von 2015 bis 2017 bei laufendem Verkehr.

Verkehrschaos am Kaiserlei

Verkehrschaos am Kaiserlei

Dass bei den komplexen Planungen für die künftige Großbaustelle noch einige Fragen offen sind und auch mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen ist, zeigt sich bereits: Auf der Fläche des im Aufstellungsverfahren befindlichen Bebauungsplans 610 (dazu Grafik auf dieser Seite) muss Grünzeug weichen, das an anderer bebaubarer Stelle innerhalb des Stadtgebiets ersetzt werden muss. Darauf wies jüngst der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hin, der sich in Verhandlungen mit der Stadt befindet. Die Herausforderung dabei: „Der Ausgleich darf nicht auf bebauten, sondern muss auf anderen geplanten Bauflächen entstehen“, erklärt Verbandssprecher Frank Tekkiliç. Oberbürgermeister Horst Schneider will sich dazu nicht offiziell äußern. Nur soviel: „In unserer kleinen Großstadt Ausgleichsflächen zu finden, ist gar nicht so einfach.“ Insgesamt handelt es sich um eine 1,8 Hektar große Wiese, auf der Büros entstehen sollen.

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