Breitere Gehwege, mehr Grün

Kaiserstraße wird ab August umgebaut

Offenbach - Was 2007 begann, soll im Sommer fortgesetzt werden: Die Stadt baut einen weiteren Abschnitt der Kaiserstraße um. Von Matthias Dahmer

Nachdem vor neun Jahren der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Geleitsstraße aufgehübscht wurde, ist nun das 140 Meter lange Teilstück zwischen Geleitsstraße und Großer Marktstraße dran. Der Magistrat hat die Pläne bereits abgenickt, das Stadtparlament beschließt am 25. Februar. Sigrid Pietzsch, Vize-Chefin des Stadtplanungsamts, erläutert gestern die Details der vor allem optischen Aufwertung, welche die derzeitige Dominanz des Autoverkehrs abmildern soll: Ähnlich wie im ersten Abschnitt wird künftig mehr Platz für Fußgänger sein. Die Gehwege sollen beidseitig von derzeit 2,20 Meter auf bis zu 2,90 Meter verbreitert werden. Hinzu kommen 1,90 Meter breite Parkstreifen, die durch insgesamt 16 Ahornbäume getrennt sind. Auf der sieben Meter breiten Fahrbahn bleibt es beim Verkehr in beide Richtungen. Zu den breiteren Gehwegen und zum Grün kommen Rundbänke, Fahrradbügel und LED-Beleuchtung in den vorhandenen Masten.

Laut Sigrid Pietzsch sollen die Bauarbeiten, denen die Verlegung neuer Versorgungsleitungen vorausgehen wird, im August starten. Bis Ende des Jahres will man fertig sein. Während der Bauarbeiten werde jeweils eine Spur der Kaiserstraße gesperrt sein, so Pietzsch.

Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf 1,12 Million Euro. 370.000 Euro davon fließen aus dem hessischen Förderprogramm „Aktive Innenstadt“, 300.000 Euro muss die Stadt beisteuern, 450.000 Euro werden von den Anliegern in Form von Straßenbeiträgen eingetrieben. Dabei richtet sich die Höhe des Beitrags danach, wie die einzelnen Elemente nach der städtischen Straßenbeitragssatzung klassifiziert sind. Die Fahrbahn der Kaiserstraße, die es im heutigen Verlauf seit Eröffnung des Hauptbahnhofs 1873 gibt, ist als „dem überörtlichen Durchgangsverkehr dienend“ eingestuft. Folge: Die Stadt trägt dafür 75 Prozent der beitragsfähigen Kosten. Bei den Gehwegen (überwiegend innerörtlicher Durchgangsverkehr) sind es 50 Prozent, bei Parkflächen und Begleitgrün (überwiegend Anliegerverkehr) 25 Prozent.

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Abhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt soll die Kaiserstraße, die vom Bahnhof bis zur Carl-Ulrich-Brücke exakt einen Kilometer lang ist, in den nächsten Jahren in drei weiteren Abschnitten bis zum Main umgestaltet werden. Als nächstes Teilstück wäre dann der Bereich zwischen großer Marktstraße und Frankfurter Straße dran. Die Kaiserstraße ist eine der wenigen Stadtstraßen, die noch heute in ihrem historischen Verlauf und Querschnitt erhalten ist. Sie besteht aus zwei Teilen: Der Abschnitt zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Frankfurter Straße hat mit seiner doppelten Baumreihe und einer Breite von etwa 29 Meter Alleencharakter. Der südliche Teil ab der Geleitsstraße wurde erst mit Bahnhofseröffnung im derzeitigen Verlauf hergestellt. Bei der Stadt weist man zudem darauf hin, dass an der Kaiserstraße Messe, Justizzentrum, Banken und das Capitaol angesiedelt seien, was ihr einen besonderen Stellenwert verleihe

Die Kaiserstraße wechselte mehrmals ihren Namen. Zunächst „Kanalstraße“ benannt, war sie zwischen 1919 und 1933 „Straße der Republik“ und erhielt erst danach ihren heutigen Namen. Weil die Kaiserstraße und ihre Vorläufer in diesem Jahr von insgesamt 250 Jahren Stadtgeschichte zeugen, plant die Stadt nach Angaben von Pressesprecher Fabian El-Cheikh für den Sommer eine Ausstellung, welche der Historie der Straße gewidmet sein wird.

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