Streifen gegen Glimmstängel

Cover der DVD.

Offenbach - Was verboten oder zumindest gesundheitsgefährdend ist, übt auf Jugendliche meist einen besonderen Reiz aus. Ein erhobener Zeigefinger vermag dagegen kaum anzukommen. Vielleicht aber die Präventionskampagne von 18 jungen Leuten aus Offenbach. Von Jenny Bieniek

Damit aus der ersten, heimlich mit Freunden gerauchten Zigarette keine Nikotinkarriere wird, hat der Offenbacher Leo-Club Sophie von la Roche eine Anti-Rauchen-Kampagne ins Leben gerufen. Das Ziel der Kampagne „Cool sein ohne Kippen“: Jugendliche auf originelle und unterhaltsame Art über die Gefahren des blauen Dunstes informieren und sie so zum Nachdenken anzuregen. Unterstützung bekam die ehrenamtliche Jugendorganisation dabei von Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG).

Ergebnis der Kooperation ist eine DVD mit zehn Kurzfilmen, die das Thema Rauchen ganz unterschiedlich verarbeiten. Ob Comicstreifen, rivalisierende Breakdance-gruppen, eine animierte Zigarettenfigur oder das sich inmitten von Asche und Kippenstängeln liebende Pärchen: Die Spots sind modern und kurzweilig und kommen genau deshalb bei der Zielgruppe an. Jährlich sterben mehr als 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Weil vor allem Kinder und Jugendliche ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben, ist Präventionsarbeit in Schulen besonders wichtig. Etwa 700 hessische Schulen erhielten deshalb vor kurzem Post vom Leo-Club. Darin die DVD mit allen Filmen sowie zusätzliches Infomaterial.

Die hessischen Lehrpläne sehen im siebten Schuljahr das Thema Suchtprävention vor. Nach Vorstellung der Macher soll die DVD als Unterrichtsmaterial dienen und Möglichkeiten bieten, Sucht bei Heranwachsenden auf unkonventionelle und kurzweilige Art anzusprechen. Mit im Kampagnen-Boot sitzen außerdem der Verein für krebskranke Kinder Frankfurt, die Barmer GEK sowie das Hessische Sozialministerium und Gesundheitsminister Stefan Grüttner als Schirmherr des aufwändigen Projekts.

„Aufklärung ist wichtig, um klar zu machen, dass der Konsum von Tabakprodukten Krankheiten verursacht“, betont Grüttner. Man müsse dafür sorgen, dass Jugendliche gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen – oder frühzeitig wieder aufhören. Die Bemühungen der letzten Jahre scheinen zu wirken. „Dass inzwischen weniger als zwölf Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen rauchen, zeigt, dass die Aufklärungsarbeit der letzten Jahre Früchte trägt“, betont Norbert Sudloff, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK Hessen. Die DVD des Leo-Clubs ist ein weiterer Schritt auf dem Weg weg vom Glimmstängel.

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