Stadt bereitet diverse Vergabeverfahren vor

Baugebiet Bürgel-Ost: Kanalbau ab Mitte 2016

Bürgel - Wir befinden uns im Jahre 2015 nach Christus. Ganz Offenbach wird von Baukränen beherrscht... Ganz Offenbach? Nein! In einem Neubaugebiet des östlichen Stadtteils geht’s seit einer gefühlten Ewigkeit nicht voran. Von Martin Kuhn 

Die Stadtverwaltung hat bereits alle planerischen Voraussetzungen für das Neubaugebiet Bürgel-Ost (Ausschnitt, rot: der Geltungsbereich) erfüllt. Aktuell bereitet das Rathaus diverse Vergabe verfahren vor.

Man weiß, wie solche Geschichten üblicherweise bei den gallischen Comic-Helden Asterix und Obelix enden, an deren Abenteuer der textliche Einstieg angelehnt ist: in einer handfesten Keilerei. So schlimm wird’s entlang des Mainzer Rings sicher nicht, der das Baugebiet Bürgel-Ost auf einer Seite begrenzt. Außer der Erschließungs- und Umfahrungsstraße ist dort allerdings seit Monaten wenig Bewegung zu erkennen; abgesehen von Unkraut, „das an den Bushaltestellen bereits aus den Fugen wächst“, wie ein Anrufer amüsiert anmerkt. Gemessen an anderen Offenbacher Projekten wie Hafen, Senefelder-Quartier, Spitzes Eck oder an der Mühlheimer Straße bewegt sich augenscheinlich nichts in Bürgel-Ost (ähnlich wie in Bieber-Nord). Allerdings arbeiten die Bediensteten hinter den Verwaltungstüren emsig an dem Projekt, das einmal mehr als tausend Bürgern eine neue Heimat bieten soll. Stadtsprecher Fabian El Cheikh sagt: „Derzeit bereiten wir diverse Vergabeverfahren vor.“ Ab Mitte 2016 lässt Stadtdienstleister ESO zunächst den getrennten Regenwasser- und Schmutzwasserkanal verlegen. Ein Jahr später folgen die anderen Leitungen wie Strom, Wasser und Telekommunikation. „Im vierten Quartal 2017 beginnt die Stadt mit dem Straßenbau, Lärmschutzwand und Grünanlagen“, erläutert El Cheikh den weiteren Ablauf. Das heißt: Ab 2018 können die Häuslebauer loslegen.

Der Bebauungsplan umfasst ein etwa 183.000 Quadratmeter großes Gebiet. Gut ein Drittel, nämlich nahezu 65.000 Quadratmeter, sind als Baugrundstücke ausgewiesen. Das Gelände diente bisher als Ackerfläche oder wurde von Kleingärtnern genutzt. Die in der Regel langen und schmalen Grundstücke sind daher in einem Umlegungsverfahren verändert worden. Unter der Regie des Vermessungsamts wurden die Grundstücke bis 2006 so zugeschnitten, „dass sie für die geplante Bebauung geeignet sind“, heißt es von der Stadt.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach Teil 1

In „bester Lage“ entsteht Wohnraum in unterschiedlicher Form. Die Planer haben sich dabei an jenen Wohnformen orientiert, die derzeit auf dem Wohnungsmarkt in Offenbach besonders gefragt sind. Geplant sind allein etwa 230 Wohneinheiten für Familien in Ein- und Zweifamilienhäusern. Frei stehende Wohnhäuser, sowohl ein- als auch zweigeschossig, sind ebenso vorgesehen wie zweigeschossige Doppel- und Reihenhäuser. Zudem sieht der Bebauungsplan dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vor.

Rubriklistenbild: © Plan: Stadt

Kommentare