Kandidaten auf den Zahn gefühlt

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MAX WERNER-HENTRICH, 18:Ich hätte nicht gedacht, dass eine so lebendige Diskussion entstehen würde. Die Art und Weise, wie die einzelnen Kandidaten nicht nur auf unsere Fragen, sondern auch auf einander eingingen, fand ich dann schon interessant. Um uns auf die Bundestagskandidaten vorzubereiten, haben wir im Powi-LK die Regierungsprogramme der Parteien und auch die Lebensläufe der Politiker bearbeitet. Gemessen an den somit recht konkreten Fragen blieben die Aussagen teilweise aber etwas zu schwammig. Imponiert hat mir allerdings, mit wie viel Engagement Frau Buchholz bei der Podiumsdiskussion ihre Ansichten vertreten hat.

Offenbach - (kag) Jede Stimme zählt. Deshalb touren die Direktkandidaten des Wahlkreises 185 - Stadt und Kreis Offenbach - durch die Gymnasien der Region und versuchen, potentielle Erstwähler von ihren Inhalten zu überzeugen.

FELIX SAUER, 18:Die Idee, eine solche Podiumsdiskussion an der Schule durchzuführen, finde ich ziemlich gut. Gestört hat mich allerdings, dass die Kandidaten von SPD und CDU den Fragen ausgewichen sind, wenn es um Versäumnisse der Großen Koalition ging. Stattdessen haben sie sich sehr lange an Themen wie der Abwrackprämie oder der Atomenergie aufgehalten, um sich zu profilieren. Die Kandidaten der kleinen Parteien hingegen sind überzeugend aufgetreten. Sowohl Buchholz als auch Stirböck sind inhaltlich konkret geworden. Das hat mir gefallen, auch wenn ich nicht unbedingt alle Überzeugungen teile.Fotos(5): Grass

Nach der Podiumsdiskussion am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim am vergangenen Mittwoch war am Donnerstag die Leibnizschule an der Reihe. Uta Zapf (SPD), Peter Wichtel (CDU), Dr. Klaus-Uwe Gerhardt (Bündnis 90/Grüne), Christine Buchholz (Die Linke) und Oliver Stirböck (stellvertretend für Dr. Vera Langer, FDP) bemühten sich in der Sporthalle an der Brandsbornstraße, den 200 Oberstufenschülern mit mehr oder weniger konkreten Aussagen ihr Programm näher zu bringen. Die Vorbereitung und Moderation der Debatte übernahm der Politik- und Wirtschaftsleistungskurs des 13. Jahrgangs.

KATHARINA LANIO, 16:Ein Lob an die gute Vorbereitung und neutrale Moderation. Schade, dass die Politiker teilweise die Fragen umformulierten, bis sie ihnen besser gefielen. Außerdem wäre es toll gewesen, wenn mehr konkrete Ziele und Lösungsansätze vor allem zu den Themen Bildungsausgaben und Umwelt gekommen wären. Interessant fand ich dagegen, wie sich die Kandidaten zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geäußert haben. Mich haben CDU und FDP mit der Forderung nach Steuersenkungen überzeugt: Wenn mehr Netto vom Brutto bleibt, profitiert auch die Wirtschaft. Die Linke mit der Reichensteuer punktet bei mir nicht.

Inwieweit Ausgaben während der aktuellen Krise der jungen Generation die Zukunft verbauen könnten, war nur eine der zentralen Fragen. Überdies wurde kontrovers diskutiert, wie realistisch ein gesetzlicher Mindestlohn oder ein baldiger Ausstieg aus der Atomenergie ist.
Die Schüler interessierte besonders, wie die Parteien zur allgemeinen Wehrpflicht stehen und wie die Zukunft der Bundeswehr in Afghanistan aussehen soll. Dazu hieß es vom Podium beinahe einstimmig, es handle sich um einen Einsatz im Bündnis der Nato, der im Interesse der afghanischen Bevölkerung nicht überstürzt abgebrochen werden könne. Nur Buchholz sprach sich für einen sofortigen Abzug der Truppen aus.

Mehr Stimmen finden Sie in der heutigen Ausgabe der Offenbach-Post.

Kommende Woche organisieren unter anderem die Theodor-Heuss-Schüler eine Podiumsdiskussion.

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