Kaputte Dächer, zerstörte Zäune und kein Geld

+
Zoodirektorin Susanne Wollensak vor den Resten der gewaltigen Kiefer, die umstürzte und dabei diverse Zäune zertrümmerte. Menschen und Tiere blieben unverletzt.

Offenbach ‐ Kurioserweise blieben die Tiere recht ruhig, als Susanne Wollensak erst nervös und dann langsam panisch wurde. Die Waldzoo-Chefin musste vor gut einer Woche hilflos zusehen, wie Sturmtief „Xynthia“ auch ihr kleines Reich heftig heimsuchte. Von Barbara Hoven

„Zuerst flogen die Käfigdächer der Nymphen- und Wellensittiche weg“, erinnert sich die 25-Jährige. „Noch während ich auf dem Dach stand, um die Voliere notdürftig zu flicken, sah ich, wie das Stalldach der Ponys einbrach.“

Doch damit noch nicht genug: In der Nacht von Sonntag auf Montag stürzte eine 27 Meter lange kanadische Kiefer um, zerstörte den Zaun des Ziegengeheges und den Außenzaun. Wollensak bleibt gezwungenermaßen gelassen: „Wir hatten Glück im Unglück, verletzt wurde niemand.“ Lediglich Anse, Gustav, Mini, Rolf und neun weitere afrikanische Zwergziegen genossen den unverhofften Freigang. „Aber mit ein bisschen Futter waren die schnell eingefangen.“ Städtische Waldarbeiter eilten zu Hilfe, zerkleinerten den gewaltigen Stamm so weit, dass die Zooleute wenigstens die Zäune wieder schließen konnten.

Auf Spenden angewiesen

Gestern, mehr als eine Woche danach, sind noch immer Helfer am Werk, und doch gehen die Aufräumarbeiten nur langsam voran – auch, weil das Geld für Werkzeug und Material fehlt. Vier Kettensägen haben bereits den Dienst verweigert, die Vogelkäfige sind nur notdürftig mit Wellplastik und Steinen abgedeckt. Denn bei allem Glück im Unglück fehlt dem Waldzoo derzeit etwas elementar Wichtiges: Besucher. 3000 Euro benötigt die Zoodirektorin winters wie sommers pro Monat, um Futter- und Tierarztrechnungen und andere Fixkosten zu decken. Eingenommen hat sie im Januar und Februar zusammen jedoch nur 1200 Euro. Auch von Versicherungen ist nicht viel zu erwarten. Damit die Existenz des Waldzoos auf lange Sicht nicht gefährdet ist, ist die Institution, die seit 1965 ihr Domizil an der Waldstraße hat, auf Spenden angewiesen: Spendenkonto Waldzoo, Städtische Sparkasse Offenbach, Bankleitzahl 505 500 20, Kontonummer 100773. Wer Futter oder derzeit dringend benötigtes Baumaterial spenden will, kann dies an der Zookasse tun. Die ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare