Karotten rotten sich zusammen

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Mit Plakaten werben Leibnizschüler für den ersten „Carrotmob“ in Offenbach. Nächstes Jahr soll die Aktion weitergehen.

Offenbach - Eine Karotte kann einen sturen Esel dazu bewegen, schneller zu laufen, indem man sie ihm vor die Nase hält. Das ist nicht neu. Neu ist aber, zumindest in Offenbach, dass sich Karotten zu einem Mob zusammenrotten und damit etwas für den Umweltschutz tun. Von Veronika Szeherova

In San Francisco passiert das schon seit 2008. Dort gab es damals den ersten „Carrotmob“.

Offenbach bekommt ihn nun erstmals auch, diesen speziellen Tag, und zwar am Samstag, 2. Juni. Mit echten Möhren hat er in Wahrheit wenig zu tun. Nur indirekt. Der Wirtschaft in Offenbach wird quasi die Karotte hingehalten. Von wem? Von Schülern der Leibnizschule, genauer vom „Club-of-Rome-Kurs“. Gemeinsam mit Lehrer Hans Georg Bakalakos haben sie die Aktion in die Stadt geholt. Wie funktioniert’s? Die Schüler rühren die Werbetrommel für zwei Einzelhandelsgeschäfte und versuchen, so viele Kunden wie möglich anzulocken. Vom zusätzlichen Umsatz, den die Läden dadurch erzielen, spenden sie die Hälfte an den Umweltschutzverein „GEO schützt den Regenwald“, die andere Hälfte fließt in eine energetische Modernisierung der Läden. Das kann lediglich ein Steckdosenaustausch sein – oder viel mehr, je nach Höhe der Einnahmen.

„Idee fördert den Klimaschutz und den Einzelhandel“

„Diese Idee fördert den Klimaschutz und den Einzelhandel“, lobt Heike Hollerbach, Leiterin des Amts für Umwelt, Energie und Mobilität. Auch Lehrer Bakalakos ist überzeugt: „Für den Laden ergeben sich nur Vorteile.“ Die beiden „Auserwählten“ sind der Buchladen am Markt „bam“ und das Tee- und Kaffeehaus Nr. 15 am Salzgässchen. „Kleine Läden zu unterstützen, hat was mit Nachhaltigkeit und Fairness zu tun“, sagt der Kursleiter. Wobei die Entscheidung nicht so einfach gewesen sei: „Die Schüler sprachen sich zuerst für große Geschäfte wie Saturn oder Toom aus, aber mit den kleineren ist dann doch die Zusammenarbeit leichter.“

Im Vorfeld verteilen die Jugendlichen Flugzettel und werben im Internet. Am Samstag werden sie von 11 bis 15 Uhr beim Streichholzkarlche am Wilhelmsplatz einen Infostand aufbauen und die Menschen direkt ansprechen. In dieser Zeit läuft der eigentliche „Karottenmob“. „Den Tee oder das Buch, das Sie sich irgendwann holen wollten, können Sie ja dann schon kaufen“, wirbt auch Hollerbach. Da gleichzeitig Offenbacher Woche ist, hoffen die Organisatoren auf viel Kundschaft, die den Einzelhandel, die Aktion und den Klimaschutz unterstützt.

Schülerin Ela Sahiti weiß, was zu tun ist, damit es klappt: „Überall erzählen!“

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