Vorbehalte sind gewichen

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Die Beteiligten des Karrees, darunter Christiana Baudach (Zweite von links), haben ihren Distrikt verbessert und teilen die offizielle Auszeichnung mit dem Oberbürgermeister der Stadt, die dem Ansinnen der Eigentümerinitiative, die Innenstadt aufzuwerten, stets wohlgesonnen war.

Offenbach - Allzu viele erfreuliche Termine wird Horst Schneider in seiner Funktion als Oberbürgermeister in diesen schwierigen Wochen für die Stadt kaum wahrnehmen. Von Fabian El Cheikh

Gestern aber gab es mal wieder einen: Die Innenstadtinitiative „Karree Offenbach“, die als bestes Business-Improvement-District-Projekt (BID) 2012 in Deutschland ausgezeichnet wurde, reichte ihm stolz und dankbar die Siegerurkunde weiter.

Warum die Sieger – ein Bündnis aus Eigentümern rund um die Fußgängerzone, die die Einkaufssituation in der Innenstadt attraktiver gestalten möchten – ihre gerade gewonnene Trophäe so schnell wieder aus der Hand gaben, erläuterte die Vorsitzende des Gewerbevereins Treffpunkt Offenbach und Karree-Mitglied Christiana Baudach: „Durch das Projekt hat sich die Zusammenarbeit mit der Stadt deutlich verbessert. Ohne die tatkräftige Hilfe der Verwaltung gäbe es das Karree nicht. Die Auszeichnung gebührt somit auch der Stadt.“ Zumal für die eigentlichen Gewinner noch der Wanderpokal bleibt, der bis zum nächsten BID-Wettbewerb im kommenden Jahr in Offenbach bleibt.

Auszeichnung beim vierten BID-Bundeskongress erhalten

Die privaten Offenbacher Akteure hatten, wie berichtet, bereits im September die Auszeichnung beim vierten BID-Bundeskongress in Saarbrücken erhalten. Für sie bedeutet der Preis eine bundesweite Anerkennung für die vielfältigen positiven Aktivitäten in der Stadt. Offenbach ist vierter Träger nach Flensburg, Gießen und Saarbrücken. Unter sieben Bewerbern aus ganz Deutschland hat das Karree gleich in mehreren Kategorien gepunktet.

Sehr hoch bewertete die Fachjury die Entwicklung der Marke „Karree Offenbach“ mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen. So suchen und finden die beteiligten Eigentümer, Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister immer neue Ideen, um in die Innenstadt einzuladen: Familien und Kinder zur Legobaustelle, Junge und Alte zu Lesungen an ungewöhnlichen Orten, zum Stadtquiz oder zur Veranstaltungsreihe „Immer wieder samstags“. Das Magazin „BEST OF“ mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren; der stets aktuelle Internetauftritt und die enge Verzahnung mit dem Förderungsprogramm „Aktive Innenstadt“ – dies alles war Grund genug für die Verleihung des Preises, der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag ausgelobt wird, um Initiativen zur Stärkung der Innenstädte im Kampf gegen Einkaufszentren auf der sogenannten grünen Wiese zu stärken.

Eingänge zur Innenstadt mit Blumenkübeln aufgewertet

Deutlich sichtbar in Sachen Stadtgestaltung hat das Karree etwa die ersten Eingänge zur Innenstadt mit Blumenkübeln aufgewertet. Ein Lichtplaner hat für verschiedene Häuser in der Innenstadt Ideen für eine Lichtgestaltung erarbeitet. Erste Erfolge konnten bei der Beseitigung von Graffiti erzielt werden. Eine Passantenzählung, die vor dem Start des BIDs erstmals durchgeführt wurde, hat mit einem Plus von 20,3 Prozent in drei Jahren die positive Entwicklung der Offenbacher Einkaufszone bestätigt. „Wir sind aber noch nicht über dem Berg“, stellte Baudach beim OB klar.

Bislang beteiligen sich in Offenbach 130 Eigentümer von 100 Grundstücken. Ausgangspunkt für die lokale BID-Initiative war die Planung des neuen Einkaufszentrums KOMM. „Wir freuen uns, dass die anfängliche Skepsis einiger Beteiligten inzwischen einem Wohlwollen gegenüber unserem Engagement gewichen ist“, so Baudach. Finanziell bezuschusst wird das Offenbacher BID durch das Förderprogramm „Aktive Innenstadt“. Fünf Jahre lang stehen jährlich 160.000 Euro zur Verfügung.

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