Kartmesse in Offenbach

Elektrisch bis zu 60 km/h

+
Hobbysportler und Profirennfahrer informierten sich über die neuesten Trends, tauschten Erfahrungen aus und fachsimpelten über Elektroantriebe.

Offenbach - Acht große Hallen der Messe Offenbach verwandeln sich an Wochenende in ein wahres Paradies für Kartfahrer und Interessierte. Zum 27. Mal laden gut 500 Hersteller aus mehr als 30 Ländern zur weltweit größten Kartmesse. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Elektroantrieb. Von Annalena Barnickel

Laute Motorengeräusche erfüllen das Foyer beim Betreten des Messegeländes, als ob gerade wirklich einige Fahrzeuge quer durch die Hallen brettern. Doch was lediglich als Einstimmung auf die Veranstaltung dient, lenkt den Blick sofort auf ein eingezäuntes Kart, das vor dem offiziellen Eingang steht und vor dem sich eine kleine Menschentraube tummelt: Das Superkart des dreifachen Europameisters Peter Elkmann, bis zu 250 km/h schnell, ist dort zu bestaunen.

Beim Schlendern durch die rund 120 Stände wird klar: Hier geht es nicht nur um das Fahrzeug an sich, auch Kartkleidung, die richtigen Helme und sonstiges Zubehör spielen eine große Rolle. Aber der wahre Fokus in diesem Jahr liegt auf dem Elektroantrieb. Ryan Mullally ist Sales Manager für Kart1 aus Kalifornien, die wiederum Karts von OTL vorstellen. Die gibt es in der Kindervariante bis 12 Jahre, für Erwachsene ab 13 Jahre und sogar als Doppelsitzer. Bereits seit 1995 wird auf die „Stromer“ gesetzt: „Immer mehr Kunden stellen von Verbrennungs- auf Elektromotoren um.

Sylvain Allegre aus Frankreich erinnert sich zurück, als er vor 25 Jahren angefangen hat, Karts mit Elektroantrieb zu bauen. „Sie haben mich damals alle verspottet“, erklärt er, „Seit ein paar Jahren stellen sie auch allmählich darauf um und es ist vollkommen normal.“ Die Motoren seien zwar um einiges schwerer, allerdings seien seine Karts der Marke Speed2Max lediglich zum Freizeitspaß gedacht und nicht für organisierte Rennen. „Wir entwickeln die Karts für Freundesgruppen, die mal etwas unternehmen wollen. Deshalb steht die Sicherheit an oberster Stelle.“ Bis zu 60 km/h kann das Fahrzeug problemlos abfedern.

Bilder: Kartmesse in Offenbach

Aber wie ist das eigentlich mit dem Aufladen der Batterie? Ist es nicht stressig, das Kart ständig an den Strom zu hängen? „Die meisten fahren sowieso nur acht bis zehn Minuten und machen dann erst einmal eine Pause“, erklärt Allegre, „aber maximal kann dieses Fahrzeug 90 Minuten ohne Pause fahren.“ Wenn man sich dafür entscheide, tatsächlich an Rennen teilzunehmen, zum Beispiel dem ADAC Kart Cup, brauche man bei einigen Veranstaltungen zuerst eine Lizenz vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB), so Oliver Peltz vom DMSB. „Da besucht man Lehrgänge mit praktischen und theoretischen Einheiten.“

Es ist ein bunt gemischtes Publikum auf dieser Messe: Von begeisterten Kindern, die die großen Karts bestaunen über Hobby-Sportler bis zu Unternehmern. Niclas Radermacher möchte sich wie viele andere einen Überblick verschaffen. „Ich fahre gelegentlich Kart und möchte mich mehr über den Sport informieren.“ Und dafür ist diese Veranstaltung ein ziemlich guter Anlaufpunkt, auch im nächsten Jahr wird das Offenbacher Messegelände im Januar 2020 seine Türen dem Kartsport öffnen.

Bilder: Kartmesse in Offenbach

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare