Ein Dank fürs Lebenretten

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Gut aufgestellt ist der Katastrophenschutz in Offenbach. Die oft ehrenamtlichen Helfer wurden nun im Waldcafé für ihren Einsatz mit Medaillen ausgezeichnet.

Offenbach - Es war ein Bild des Grauens, an das Offenbachs oberster Brandschützer Uwe Sauer erinnerte: Viele Verletzte, ausgelaufene Chemikalien, drohende Kontamination durch Radioaktivität. Von David Heisig

Eben die Dinge „die wir besonders gerne mögen“, wie Sauer ironisch zur Eröffnung des Jahresempfangs der Katastrophenschützer im Waldcafé der Arbeiterwohlfahrt Bilder beschrieb, mit denen sich Helfer konfrontiert sehen können.

In der Fachsprache als „komplexe Lagebilder“ tituliert sind das solche Unglücke, die mitten in einer Stadt wie Offenbach passieren können. Natürlich bezogen sich seine Ausführungen nur auf die groß angelegte Katastrophenschutzübung der Offenbacher Retter vor einigen Wochen an der Stadthalle. Dennoch müssen die größtenteils ehrenamtlichen Retter auf alles gefasst sein und sehr viel Kraft und Zeit in Fortbildungen und Übungen investieren.

Dank an die Helferinnen und Helfer

Hierfür einen Dank auszusprechen und die Helferinnen und Helfer zu ehren ist Hintergrund der alljährlichen Veranstaltung der Stadt, die nun zum fünften Mal stattfand. „Das Ehrenamt ist die Basis des Katastrophenschutzes“, erklärte Uwe Sauer, „diese Kapazitäten, die wir in Deutschland haben, mit hauptamtlichen Kräften wahrnehmen zu wollen, das kann keiner bezahlen.“

Ein Anliegen der Veranstaltung sei auch, das große Engagement ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. So brächten groß angelegte Übungen nicht nur wertvolle Erkenntnisse für die Profis, sondern machten Katastrophenschutz auch für „den Bürger erfahrbar“, so Sauer weiter.

Eine Erkenntnis, die auch Kämmerer Michael Beseler als Vertreter der Stadt bestätigen konnte. So sei es um den Katastrophenschutz in Hessen gut bestellt. „Ein gut aufgestellter Katastrophenschutz ist kein Luxus, sondern notwendig“, führte Beseler aus und nahm Bezug auf die europaweite Organisation der Katastrophenschutzhelfer, die seit 2001 reformiert wurde.

Hungerkatastrophe am Horn von Afrika, in Haiti oder das Erdbeben in Japan

Hieran konnte Jörg Eger vom Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland des Technischen Hilfswerks (THW) mit einem praktischen Erfahrungsbericht anschließen. Eger war schon weltweit in Krisenregionen unterwegs. Sein Vortrag verging sprichwörtlich wie im Flug, fesselten doch seine Erzählungen von Auslandseinsätzen wie etwa bei der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika, in Haiti oder nach dem Erdbeben in Japan.

Ob rechtliche Grundlagen, technische Ausrüstung oder der Aufbau von Wasserleitungen: Auch beim THW wird der größte Teil von Ehrenamtlichen geleistet. So sei vor allem der Dank der Betroffenen am Einsatzort und das Feedback der Öffentlichkeit sehr wichtig, schloss Sauer den Kreis.

Dennoch hätten auch die Katastrophenschützer mit Nachwuchs zu knapsen. Ein Grund sei die Aussetzung der Wehrpflicht und der Wegfall des Ersatzdienstes. Das Anwerben von Freiwilligen werde immer wichtiger.

Die ganze große Familie der Offenbacher Katastrophenschützer

Eingeladen zum Empfang war die ganze große Familie der Offenbacher Katastrophenschützer: Feuerwehr, ASB, DRK, Johanniter-Unfallhilfe, THW und Polizei. Einige Helfer wurden für ihr langjähriges Engagement mit einer Medaille des Landes Hessen, einer Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten und einem Weihnachtsstern als Dankeschön der Stadt geehrt: Manuel Gackenheimer, Achim Scholz (beide THW), Patrick Schließmann, Andreas Fähler (beide Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim), Patrick Schmidt (Freiwillige Feuerwehr Bieber), Christian Stoye (DRK), Marcus Schönbach für zehn Jahre mit Bronze und Gerd Lang, Rainer Frank (beide Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim), Markus Beck (Freiwillige Feuerwehr Bieber), Reinhold Kovacs (DRK) und Dirk Trageser (ASB) für 25 Jahre mit Silber.

Als „Urgestein des Offenbacher Katastrophenschutzes“ bekam Günter Eckelhöfer vom DRK für 40 Jahre im Zeichen der Mitmenschlichkeit die Goldene Ehrenmedaille und eine Flasche Wein „für ruhige Stunden“. Überreicht wurden die Ehrungen von Kämmerer Michael Beseler, der den erkrankten Oberbürgermeister vertrat.

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