Als erste katholische weiterführende Schule in Deutschland

Marienschule nimmt künftig auch Muslime und Juden auf

Offenbach - Als erste katholische weiterführende Schule in Deutschland nimmt die Marienschule in Offenbach künftig auch eine begrenzte Anzahl jüdischer und muslimischer Mädchen auf. Dazu hat die Schulgemeinschaft ein Konzept erarbeitet.

Die Marienschule in Offenbach nimmt künftig auch muslimische und jüdische Mädchen auf - als erste katholisch weiterführende Schule in Deutschland. Im laufenden Schuljahr sind zunächst vier muslimische Mädchen in der fünften Klasse an die Schule gekommen. Die Marienschule ist eine kooperative Gesamtschule für Mädchen in Trägerschaft des Bistums Mainz, die aktuell von rund 900 Schülerinnen besucht wird - davon sind rund ein Drittel evangelisch und zwei Drittel katholisch.

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Wie die Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz, Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, betonte, ist die Marienschule die erste weiterführende Katholische Schule in Deutschland, „die die Aufnahme von Schülerinnen anderer Religionen sowie den Dialog mit dem Judentum und dem Islam ausdrücklich in ihrem Schulprofil verankert“. Gleichzeitig hob Pollak hervor: „Das bedeutet aber nicht, dass die Marienschule das eigene christliche Profil aufgibt. Vielmehr wird es darum gehen, im alltäglichen Miteinander von christlichen, jüdischen und muslimischen Schülerinnen die religiöse Identität der anderen kennenzulernen und zu achten.“

Auch die Leiterin der Marienschule, Oberstudiendirektorin Marie Luise Trocholepczy, äußerte sich zum neuen Konzept:  „Bei uns im Haus ist die Erkenntnis gewachsen, dass dies ein Weg für die Marienschule sein kann, der vielleicht zukunftsweisenden Charakter auch über unsere Schule hinaus haben kann.“ Da der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Stadt und Kreis Offenbach bei über 55 Prozent liege, sei eine Öffnung der Marienschule in vielerlei Hinsicht naheliegend.

Bilder: Abiball der Offenbacher Marienschule

Im Schulalltag wird sich die Öffnung unter anderem in eigenen Gebetsräumen für die nichtchristlichen Schülerinnen sowie durch Berücksichtigung von religiösen Speisevorschriften in der Mensa zeigen. Beim täglichen Morgengebet werden die nichtchristlichen Schülerinnen anwesend sein, aber nicht mitbeten. Trocholepczy wies darauf hin, dass die Öffnung in diesem Jahr in der fünften Klasse beginnt und es keine Aufnahme in den höheren Klassen gibt. Längerfristig sei an maximal fünf jüdische und muslimische Schülerinnen pro Klasse gedacht.  

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dani

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