Kater Felix traut sich nicht vom Baum

Unkonventionell gerettet

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Missliche Lage: Von Dienstagabend bis gestern Mittag hockte Kater Felix in einer Baumkrone und traute sich nicht herunter.  

Offenbach - Diesen Streifzug wird Kater Felix so schnell nicht mehr vergessen. Sein Besitzer Hans Jürgen Kanz auch nicht. Und erst recht nicht die Anwohner an der Mainstraße, Ecke Austraße. Von Veronika Schade

Denn dort verbrachte der einjährige schwarze Kater mit den weißen Söckchen fast zwei Tage in einer Baumkrone, von der er sich nicht herunter traute und laut über seine missliche Lage jammerte. Gestern Mittag wurde er schließlich auf unkonventionelle Art gerettet.

Erster Rettungsveruch durch Feuerwehr scheiterte

Der Retter am Seil naht.

Seit Dienstagabend vermisste Kanz seinen Felix. „Er war schon mal einen Tag lang verschwunden, da war er versehentlich eingesperrt worden. Das habe ich mir diesmal auch gedacht.“ Doch als er gestern mit dem Auto an der Mainstraße entlangfuhr, sah er, wie sich eine Menschenmenge sowie die Feuerwehr um einen Baum versammelt hatten. „In der Baumkrone entdeckte ich etwas Schwarzes. Und siehe da, es war meine Mieze.“ Anwohner hatten bereits am Mittwochabend die Feuerwehr alarmiert, die gleich mit einem Drehleiterfahrzeug angerückt kam. Doch sie musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. „Als sich die Kollegen näherten, ist die Katze weiter nach oben geklettert“, berichtet Branddirektor Uwe Sauer.

Weil die Gefahr bestand, beim weiteren Vorrücken den Baum zu beschädigen, brachen die Männer ab, um am nächsten Tag erneut nachzuschauen. „So ein Einsatz ist eine Sache der Verhältnismäßigkeit“, sagt Sauer. „Es gibt Katzen, die schaffen es von allein wieder runter, wenn Hunger und Durst zu groß werden.“

Leider nicht Felix. Er saß gestern vormittag immer noch jammernd im Baum. Die Anwohner hatten zwischenzeitlich den Offenbacher Tierschutzverein benachrichtigt, der wiederum den Verein Straßenkatzen Frankfurt kontaktierte. Dessen Mitglied Michaela Toppel hatte die rettende Idee: Sie wandte sich an die Kletterhalle T-Hall in Frankfurt.

Kletterer retten Katze

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Seit zwei Tagen sitzt Kater Felix in einem Baum, von dem er nicht mehr herunter kommt. Rettungsversuche von Anwohnern und der Feuerwehr scheitern, doch Kletterspezialisten können das Tier schließlich aus der Baumkrone befreien.

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Dort fanden sich schnell zwei Freiwillige, die ihre Kletterkünste zur Rettung des Katers einsetzten. Einer der beiden Helfer, die ihre Namen nicht nennen möchten, sicherte vom Boden, der andere kletterte in die Baumkrone. Es gelang ihm, die Samtpfote zu greifen und in eine Transportbox zu packen, die die Feuerwehr bereitstellte, nachdem sie wie versprochen am nächsten Tag wiederkam.

„Es hat Spaß gemacht, war mal was anderes“, meinten die Kletterer nach der erfolgreichen Rettung. Und lehnten die 50 Euro ab, die Felix’ Besitzer ihnen zum Dank geben wollte.

Tierrettungsaktionen der Feuerwehr sind für die Besitzer grundsätzlich kostenpflichtig, „Höhe je nach Aufwand“, so Sauer. „Wenn wir unverrichteter Dinge abrücken, stellen wir keine Rechnung aus.“ Dieser Fall müsse aber noch geprüft werden.

Die schrägsten Tiere der Welt

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Von all dem ahnt Felix nichts. Zuhause angekommen, trank er erstmal ausgiebig und fraß sich satt. Dann legte er sich lange schlafen. Ob er wohl von seinem großen Abenteuer geträumt hat?

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