Kein Schwein gehabt

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Christine Beck bietet in ihren fünf Offenbacher Bäckerei-Filialen verschiedene essbare Glücksbringer an.

Offenbach (siw) ‐ Zum Jahreswechsel gehören sie einfach dazu: rosa Schweinchen aus Marzipan, Schornsteinfeger aus schwarzen Pfeifenreinigern, rot-weiße Fliegenpilze aus Pappmaché und grüner, vierblättriger Klee. Manche der Glücksbringer dürfen vernascht werden, andere sind aus Plastik und purzeln lediglich aus dem Tischfeuerwerk heraus.

Wieder andere erfüllen Dekorationszwecke wie die Kleeblätter, die im Töpfchen den Tisch oder das Buffet beim Silvesterfest zieren. Hufeisen, Marienkäfer sowie Glückspfennig oder -cent sind zwar auch typische Begleiter am Jahresende, doch im Moment scheinen sie ein bisschen in den Hintergrund geraten zu sein.

Mehr oder weniger ernsthaft kann man über Herkunft und Bedeutung dieser Symbole nachdenken: Wer ein Schwein hatte, war gut versorgt. Daher kommt wohl auch die Redewendung „Schwein haben“ im Sinne von „Glück haben“.

Die Schweine aber scheinen die Lieblinge der Konditoren zu sein: Wahrscheinlich weil sie sich einfach zu prachtvoll herstellen lassen aus der rosafarbenen Marzipanmasse und Mandelblättchen, die zu kleinen Öhrchen werden. Christine Beck bietet in ihren Bäckerei-Filialen neuerdings auch lustige pinkfarbene Wutzgesichter aus Baiser an: Die sind echt zum Anbeißen. Das muss vor allem die Kundschaft so gesehen haben, denn als Fotograf Bernd Georg erschien, hatte der kein Glück. Die rosa Schweineköpfchen waren leider schon weg.

Doch selbst wenn die Figürchen entzückend aussehen: Marzipan und der gesüßte Eiweißschnee sind eben nicht jedermanns Sache. Lange Freude haben Beschenkte an den Topf-Kleeblättern: Wenn das neue Jahr bereits einige Zeit auf dem Buckel hat, sollte man die Pflänzchen abschneiden, wenn sie in die Höhe zu schießen beginnen. Getrocknet lassen sich die hübschen Blättchen noch zur Verzierung für manche Glückwunschkarte verwenden.

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