Kein Weihnachtswunder zu erwarten

Offenbach - (alk) Stadtrat Paul-Gerhard Weiß begründete gestern bei einer Pressekonferenz, warum die Stadt die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes für weitere drei Jahre an die Firma Pro OF vergeben hat, worüber unsere Zeitung bereits berichtet hatte.

Er nannte es einen Fehler, dass in den ersten zehn Jahren nach der Privatisierung des zuvor in städtischer Regie betriebenen Marktes auf eine Qualitätskontrolle verzichtet worden sei. Das werde sich nun ändern. Eine „AG Feste“ unter Beteiligung der Stadt, des Einzelhandelsverbands, der IHK, des Hotel- und Gaststättenverbands sowie des „Treffpunkt Offenbach“ habe zahlreiche Auflagen festgelegt, an die sich der neue und alte Betreiber halten müsse.

Allerdings erwartet Weiß „keine Wunder“. Ziel sei es, die in den vergangenen Jahren unbefriedigende Qualität sukzessive zu steigern. Vorbild sei Hanau, wo das in einem mehrjährigen Prozess gelungen sei. Trotz der Defizite in den Vorjahren traut die Stadt der Pro OF unter den fünf Bewerbern auf eine Ausschreibung am ehesten zu, mittelfristig einen ansprechenden Markt zu realisieren. Fortschritte soll es bereits in diesem Jahr geben. Unter anderem durch zwei Hauptzugänge mit weihnachtlich geschmückten und beleuchteten Durchgangsbögen an den Ecken Aliceplatz / Große Marktstraße sowie Herrnstraße / Berliner Straße. Die Markthäuschen würden in einer abgestimmten Holzoptik verkleidet. „Das Marktbüro wird nicht mehr als Container auf dem Stadthof stehen und Baustellen-Atmosphäre verbreiten“, verspricht Stadtrat Weiß. Auch die Dekoration der Bühne werde eine weihnachtlichere Anmutung erhalten.

Sollte die Firma Pro OF, die mit einer hohen Schadensersatzforderung eines früheren Beschickers konfrontiert ist, Insolvenz erleiden, wäre die Stadt notfalls in der Lage, den Markt auch selbst zu organisieren, meint Weiß. Prinzipiell sei das aber keine Aufgabe, die man im Rathaus erledigen wolle. „Da sind wir uns einig.“

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