manroland: „Keine Alternative zu Standort“

Offenbach - Ein klares Bekenntnis zum Standort Offenbach hat gestern der Geschäftsführer des manroland-Bereichs Bogendruck und Produktion, Markus Rall, abgelegt: „Aus heutiger Sicht gibt es keine Alternative zum Bogenstandort Offenbach“, sagte Rall bei der Hausmesse „Sheetfed Summit“ des Druckmaschinenherstellers, wo manroland seine neuesten Anlagen weit über 1000 Besuchern aus aller Welt präsentierte. Von Achim Lederle

Wie Rall erläuterte, ist eine Signal für die Stärkung der Offenbacher Produktionsstätte der Ausbau der Gießerei, die künftig für den gesamten manroland-Konzern in Offenbach, Augsburg und Plauen Bauteile fertigen soll. „Dafür werden wir über eine Million Euro direkt in die Gießerei investieren. Insgesamt wird ein zweistelliger Millionenbetrag investiert, um den Standort Offenbach zu stärken“, sagte Rall.

Trotz des Bekenntnisses zu Offenbach hält „manroland“ weiter am Ziel fest, die Zahl der Beschäftigten bis Ende 2012 auf insgesamt etwa 6000 zu reduzieren und damit Einspareffekte in Milliardenhöhe zu erzielen. Rall betonte, dass die Maßnahmen mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt seien und der Betriebsrat Ende 2010 einem Interessenausgleich und Sozialplan zugestimmt habe. Nach 7927 Beschäftigten im Dezember 2009 reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter Rall zufolge über 7147 Ende 2010 auf 7 023 im Februar 2011. Wie er erklärte, sollen von den Ende nächsten Jahres geplanten 6000 Beschäftigten nur noch rund 1600 in Offenbach tätig sein neben etwa 600 bis 700 in Plauen, 2000 in Augsburg und 1800 an anderen Standorten rund um den Globus. In Offenbach beschäftigte manroland zu Hochzeiten an die 5000 Menschen

1911 wurde die erste Offset-Bogenrotationsmaschine „Roland“ gebaut. 100 Jahre später will manroland die neuen Herausforderungen des Onlinezeitalters mit Konzentration und Innovation meistern. „Wir wollen uns auf die Stärken der einzelnen Standorte konzentrieren, und mit unserem neuen Partner Océ im Zukunftsmarkt Digitaldruck Akzente setzen“, sagte Rall.

Et widersprach gestern Gerüchten über eine Fusion mit einem chinesischen Hersteller: „Die Zukunft von ‘manroland’ liegt in der Eigenständigkeit.“ Bereits 2009 war eine beabsichtigte Zusammenarbeit mit Konkurrent Heidelberger Druck geplatzt. „Manroland“ musste im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 66 Millionen Euro hinnehmen - nach minus 88 Millionen Euro im Jahr zuvor. In diesem Jahr will das Unternehmen nach Angaben von Rall den Umschwung schaffen und zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Bei diesem Ziel sieht Rall den Bogenmaschinenbereich als Wachstumstreiber. Die Sparte profitiere besonders von der starken Nachfrage nach Verpackungen. Bereits 2010 sei der Offenbacher Bogen-Bereich deutlicher gewachsen als die Sparte Rollendruckmaschinen, die in Augsburg beheimatet ist. Der Standort Plauen soll sich Rall zufolge künftig auf Kleinteile-Produktion und die Zuarbeit für die beiden größeren Standorte konzentrieren.

Das Unternehmen will vor allem in Brasilien und Asien wachsen. Zur Neuausrichtung gehört auch die Zusammenarbeit mit Océ, um Offset- und Digitaldruck besser zu verzahnen. Hier nannte Rall ein Geschäftsziel von 100 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. Markus Rall ist sich sicher, dass Druckerzeugnisse trotz der Konkurrenz von Internet, eBook oder iPad weiter gefragt sein werden. Rall: „Jedes Jahr werden weltweit sieben Billionen Buchseiten gedruckt. 2010 standen fast 126 Milliarden Kilogramm bedruckte Verpackungen in den Regalen. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Die Druckindustrie hat Zukunft.“

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