Keine Spur von einem Fahrer

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Offenbacher und Frankfurter Feuerwehren waren innerhalb weniger Minuten vor Ort und arbeiteten Hand in Hand, um den weit abgetriebenen VW Golf zu bergen.

Offenbach - (mcr) Der Fahrer des Autos, das am Mittwochnachmittag nahe der Carl-Ulrich-Brücke in den Main bei Offenbach gestürzt war, ist bisher weder tot noch lebendig wieder aufgetaucht.

Die Wasserschutzpolizei setzte die Suche gestern auf dem Fluss und in den Uferbereichen fort, fand aber nach Auskunft der Frankfurter Polizei-Pressestelle nichts. Sollte es, was momentan als wahrscheinlich gelten muss, einen Toten geben, wird er vermutlich erst in einigen Tagen, vielleicht Wochen gefunden werden. Das ist ein Erfahrungswert aus ähnlichen Fällen, in denen der Fluss Wasserleichen erst wieder freigab, als sie sich an Staustufen oder Ästen in Ufernähe verfangen hatten.

Mittlerweile ist die Identität des möglichen Opfers bestätigt. Der rote VW Golf älteren Baujahrs, der aus den Fluten geborgen wurde, ist auf einen Familienvater aus Mühlheim zugelassen. Die in mehrere Richtungen ermittelnde Frankfurter Polizei hat den 1966 geborenen Mann bisher nicht angetroffen; Befragungen im Bekanntenkreis laufen. Ob der Mühlheimer tatsächlich auch am Steuer saß, ist ungewiss. Er gilt offiziell als vermisst.

Neben dem bislang spurlosen Verschwinden des Fahrzeughalters lässt auch der Zustand des nach seiner Bergung vom Grund des Mains sichergestellten Wagens Rückschlüsse auf das Geschehen zu: Drei der vier Fenster waren komplett geöffnet, was darauf hindeutet, dass der Golf schnell voll laufen und versinken sollte. Dass die Türen zu, aber nicht abgeschlossen waren, spricht zusätzlich dafür, dass der Wagen nicht einfach abgestellt worden und dann beispielsweise wegen einer nicht angezogenen Handbremse in den Fluss gerollt war. Und auch die 21 Meter lange Reifenspur, die von der Rasenfläche der am Fechenheimer Ufer beheimateten Offenbacher Rudergesellschaft Undine schnurgerade auf das Ufer zuläuft, berechtigt zu Zweifeln an einem Zufall. Ein Rätsel bleibt wohl, ob der Kapitän eines vorbeiziehenden Schiffes tatsächlich einen menschlichen Körper im Wasser gesehen hat oder ob es sich um Treibgut handelte.

Den Volkswagen aus dem momentan schnell strömenden Main zu ziehen, hatte viel Mühe und schweres Gerät erfordert. Frankfurter und Offenbacher Rettungskräfte arbeiteten Hand in Hand. Neben 22 Offenbacher Berufsfeuerwehrleuten waren unter der Führung von Klaus Grimm und später Wolfgang Rosensprung auch zehn Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim mit mehreren Fahrzeugen und zwei Booten im Einsatz am Main und auf der Wache.

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