Wegen möglicher Kampfmittel

Keine Zeltstadt! Suche nach geeigneten Gebäuden für Flüchtlinge läuft

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Die Zeltstadt am Eschig wurde durch das Regierungspräsidium in Darmstadt gestoppt.

Offenbach - Auf dem Gebiet der Stadt Offenbach wird es nun doch keine Zeltstadt zur Erstaufnahme von Asylsuchenden geben. Stattdessen soll die Suche nach geeigneten Gebäuden intensiviert werden. Von Thomas Kirstein

Die Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid hat das von ihrer Behörde zu organisierende Projekt gestoppt: Entgegen früherer Annahmen müsste das vorgeschlagene Areal an der Mühlheimer Straße noch aufwändig auf Weltkriegs-Kampfmittel untersucht werden. Offenbach war nur wenige Stunden potentieller Standort für Zelte, die als Ausweichquartier für das hessische Erstaufnahmelager in Gießen dienen sollten. Was am Dienstagnachmittag verkündet wurde, war am Abend schon wieder hinfällig. Der Kampfmittelräumdienst hält eine Untersuchung des Areals an der Mühlheimer Straße auf Bomben und Flakmunition für unerlässlich.

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Bei der letzten Sitzung des Offenbacher Verwaltungsstabs hatten RP-Vetreter das nach Angaben von Bürgermeister Peter Schneider nicht für nötig gehalten. An der Straße „Im Eschig“ hatten seit den frühen 50er Jahren Wohnblöcke gestanden, die Anfang der Jahrtausendwende abgerissen wurden. Für die Stadt, die wegen ihrer hohen Quote von anerkannten Asylanten keine Flüchtlinge dauerhaft zugewiesen bekommt, ist das Thema vorübergehende Aufnahme damit nicht erledigt. Bürgermeister Schneider (Grüne) betonte heute, dass man der Bitte des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner (CDU, Offenbach) um Hilfe bei der Unterbringung weiter nachkommen wolle. „Wir werden jetzt die Suche nach geeigneten Gebäuden intensivieren“, kündigte er an. Die Stadt selbst hat nichts, was sich als Unterkunft anböte, ist also auf die Angebote privater Eigentümer angewiesen. Auf unserer Facebook-Seite haben unsere Leser bereits erste Ideen gesammelt. Ihrer Meinung nach könnten die Flüchtlinge etwa in den leerstehenden Bürogebäuden am Kaiserlei (Berliner Straße) oder im alten Stadt-Krankenhaus unterbracht werden.

Bürgerversammlung abgesagt

Die für Freitag angekündigte Bürgerversammlung in die Gemeinde Heilig Kreuz, Am Wiesengrund 40 in Waldheim, wurde von der Stadt zudem abgesagt. Seit heute ist jedoch ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 069/840004-375 eingerichtet, an das sich die Offenbacher montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr mit Fragen und Unterstützungsangeboten wenden können. Alternativ steht die E-Mail-Adresse fluechtlingshilfe@offenbach.de zur Verfügung.

Bilder: Bouffier besucht Flüchtlinge

tk

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