Keiner parkt, keiner schafft

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Am künftigen Kreisel bleibt nur eine Spur; eine Baustellenampel lässt den Verkehr bis in den Juni hinein wechselweise durch.

Offenbach - Der Main, das schicke Wohnschloss, die nahe Natur, massiver Fluglärm höchstens mal von einem Düsenjet auf Abwegen, Parkplätze satt: Eigentlich muss es Rumpenheimern leicht fallen, das auf geschickte Worte angewiesene Werben des großen Offenbach um finanziell potente Neubürger mit Lust auf „Urbanität“ aus entspanntem Abstand zu beobachten. Von Markus Reinsch

In diesen Tagen allerdings ist mancher Vorteil des Vorort-Daseins flöten gegangen.

Der Stadtteil ist von Baustellen regelrecht eingekesselt. Von realen wie der für den Anschluss des Mainzer Rings per Rondell auf der Rumpenheimer Straße oder einer auf Schlagköcher zielenden entlang des Bischofs heimer Wegs. Aber auch von einer, die seit Dienstag von manchem verwunderten Bewohner verdächtigt wird, ein Schildbürgerstreich zu sein.

Der Belag des Bischofsheimer Wegs ist momentan abgekratzt, der neue kommt nächste Woche. Solange fällt die Verbindungsachse weg.

Heinz Misbach zum Beispiel konnte sich gestern Mittag nicht erklären, warum seit Mittwochfrüh entlang der Bürgeler Straße zwischen Kurhessenplatz und Marstallstraße ein seit einer Woche angekündigtes beidseitiges Parkverbot gilt, ohne dass Arbeiter auftauchen, die so eine Einschränkung rechtfertigen würden. Misbach hat am Mittwoch mit dem ESO telefoniert und erfahren, dass „wir noch heute anfangen“. Geschehen sei nichts, sagt er, und dass eine Schlaglochbeseitigungskolonne des Stadtdienstleisters ausgerechnet an den Osterfeiertagen anrücken wird, das könne er sich auch nicht vorstellen.

Bäume werden gesetzt

Von Misbach beobachtete Folge seit Dienstagabend: Weil kein Anwohner der Durchgangsstraße abgeschleppt werden will, stellen alle ihre Autos in den Seitenstraßen ab. Dort treffen sie allerdings auf die Fahrzeuge der dortigen Bewohner, die nun statt in der Garage oder im Hof ebenfalls an der Straße stehen, weil im Wissen um das Parkverbot an der Bürgeler Straße die Furcht vor zugeparkten Einfahrten umgeht. Und nun? Abwarten, vermutlich bis nach Ostern. Der ESO zumindest war gestern nicht mehr erreichbar.

An andere, an sichtbare Baustellen können sich die Stadtteilbürger schon leichter gewöhnen. Auch wenn sie sich fragen, ob das denn alles gleichzeitig sein und Bürgel damit wenn nicht von der Außenwelt abgeschlossen, so doch zumindest nur auf Umwegen oder mit Geduld zu erreichen ist. Der Kreiselbau mit umfangreichen Kabelverlegungsarbeiten auf der Rumpenheimer Straße, Höhe Anhalter Straße, lässt bis Juni nur eine Spur frei, die wechselweise für die beiden Richtungen freigegeben wird. Ein Glücksspiel. Und wer es von Bürgel aus bis zur Baustellenampel geschafft hat, hat schon eine andere Baustelle hinter sich: Wo sich Offenbacher und Rumpenheimer Straße treffen, werden als Ersatz für die eingegangenen Pflanzkübel-Gewächse Bäume gesetzt. Da ist es eng.

Alles keine Dauerzustände, aber eben alles geballt in den Osterferien. Und das hat eine nachvollziehbare Methode. Die durch den momentan vom schadhaften Asphalt freigekratzten und vom ESO bis nächste Woche fertig zu sanierenden Bischofsheimer Weg verkehrenden Buslinien außerhalb der schulfreien Zeit zu verkürzen, wäre vermutlich nicht nur eine Einschränkung wie jetzt, sondern eine kleiner Kollaps.

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