Mieter ergänzen sich

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Das ehemalige Goldpfeil-Haus an der Kaiserstraße.

Offenbach - Der goldene Pfeil traf nicht mehr ins Schwarze, trudelte ins Leere. Der letzte Eigner des traditionsreichen Lederwarenherstellers, die Egana-Goldpfeil AG, meldete 2008 Konkurs an. Von Katharina Hempel

Seitdem schien die Zukunft ungewiss für das ehemalige Firmengebäude an der Kaiserstraße. Jedoch nur für kurze Zeit.

Zwei Jahre später kaufte die Westfälische Grundbesitz- und Finanzverwaltung (WGF) das Goldpfeil-Haus, das sie Kaiserpalais nennt. „Als wir es übernommen haben, war das Gebäude schon kernsaniert, renoviert und hat damit eine tolle Büroqualität. Es ist sehr schön, dass die Ausstattung so gut und auf hohem Niveau ist“, schwärmt Dirk Eisenblätter, der sich für den Düsseldorfer Finanzverwalter um die Vermietung kümmert.

Waren bis vor einem Jahr nur 850 der 17.000 Quadratmeter großen Fläche vermietet, ist es mittlerweile etwas mehr als die Hälfte. Als letztes stieß eine Offenbacher IT-Beratungsfirma dazu. „Der Mietvertrag mit Glück und Kanja ist so, wie wir ihn uns wünschen: langfristig, über viele Jahre und mit einem solventen Mieter“, freut sich Verwalter Eisenblätter. Für 15 Jahre unterschrieben hat das Beratungsunternehmen, das sich auf Strukturen und Sicherheit von Computernetzwerken spezialisiert und zu einer der führenden Consulting-Firmen aufgeschwungen hat. Zum Kundenstamm zählen Branchengrößen wie EnBW, Frankfurter Buchmesse, Heraeus und SAP.

„Sehr gelungene Mischung von Mietern hinbekommen“

Im August beziehen Glück und Kanja ihre 1200 Quadratmeter Bürofläche. Damit mischen sie sich unter eine vielfältige Gruppe an Nachbarn. Eisenblätter: „Wir haben eine sehr gelungene Mischung von Mietern hinbekommen, die den Offenbacher Traditionsstandort Goldpfeil-Haus auf hohem Niveau wieder lebendig machen werden. Ein so repräsentatives Gebäude wie das Kaiserpalais, wie wir es jetzt nennen, hat auch positive Auswirkungen auf das Stadtumfeld, darum achten wir auf eine Auswahl von Mietern, die sich gegenseitig gut ergänzen.“

Zur Zeit zählen ein Outletstore, die Eventhalle MEC², ein Damen-Fitness-Center sowie mehrere Büromieter, Siro Clinpharm, Medizininkasso Schlotmann & Sterz sowie diverse Rechtsanwälte zu den Mietern an der Kaiserstraße 39. Dirk Eisenblätter fügt hinzu: „Über weitere 3200 Quadratmeter sind wir mit diversen Interessenten in konkreten Verhandlungen.“

„Offenbach ist kein internationaler oder nationaler Bürostandort“

Dass sich das Gros der Mieter scheinbar nur an Ort und Stelle findet, bestreitet der Verwalter nicht. Er erklärt: „Offenbach ist kein internationaler oder nationaler Bürostandort. Dort sitzen Unternehmen, die auch in der Region aktiv sind oder dort groß geworden sind. Bundesweit aktive Firmen wechseln üblicherweise nicht hierher. Genauso würden internationale Unternehmensberatungen, die sich neu in Deutschland ansiedeln wollen, eher Büros in Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin suchen.“ Doch falls die westfälischen Verwalter Gelegenheit dazu bekommt, würde sie gern überregionale Unternehmen im neuen Kaiserpalais ansiedeln. „Wir arbeiten sehr gut mit der Wirtschaftsförderung der Stadt zusammen, die uns bereits bei einigen Vermietungen tatkräftig und sehr erfolgreich unterstützt hat“, so Eisenblätter.

Ein großer Vorteil des einstigen Lederwaren-Domizils: 101 Parkplätze in der Tiefgarage. „Das ist gerade für Büros mitten in der Stadt von großem Vorteil. Denn Büros und Supermärkte haben oft das gleiche Problem – zu wenig Parkplätze.“

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