Keller schafft weltweit Grundlagen

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Für die neue U-Bahn-Brücke über die A661 bei Heddernheim legte Keller Grundbau die Fundamente.

Offenbach ‐ Ideenreichtum und Erfindergeist sind für die Keller Grundbau GmbH wichtigste Basis ihrer weltweiten Ingenieursleistungen. Von Achim Lederle

Das Unternehmen installiert Minipfähle zur Stabilisierung der Uferwand an der Themse in London, verbessert den Baugrund auf einer künstlichen Insel vor der Küste Dubais oder schafft mit vermörtelten Bodensäulen die Grundlage für eine Brücke über den Mockingbird Can yon in den USA. Auch in der Region ist Keller Grundbau an zahlreichen Großprojekten beteiligt: Zum Beispiel wurden die Fundamente für die neue U-Bahn-Brücke über die Autobahn 661 bei Heddernheim von Keller Grundbau gelegt. In diesen Tagen feiert das Unternehmen sein 150-jähriges Firmenjubiläum. Seit 1974 hat Keller Grundbau die Deutschlandzentrale in Offenbach, wo neben der Geschäftsführung 30 weitere Mitarbeiter vorwiegend in Stabsfunktionen beschäftigt sind. Bundesweit zählt Keller Grundbau über 500 Mitarbeiter. „Die GmbH ist Keimzelle der in London ansässigen Keller Group plc und mit über 6 000 Mitarbeitern das führende Spezialtiefbauunternehmen weltweit“, erklärt Dr. Wolfgang Sondermann, der Geschäftsführer der Keller Grundbau GmbH, gegenüber unserer Zeitung. „In über 40 Ländern der Erde haben wir inzwischen Niederlassungen und sind konzernunabhängige Partner der Bauindustrie für Baugrund-, Gründungs- und Grundwasseraufgaben“, so Sondermann. Als bescheidenes Brunnenbauunternehmen habe der Konzern 1860 begonnen. Johann Keller rief die Firma im badischen Renchen ins Leben. Bereits 1900 hatte das Unternehmen 150 Mitarbeiter und wurde mangels Nachkommen verkauft. Sondermann: „Der Firmensitz war zuerst Frankfurt, bevor wir 1974 nach Offenbach kamen. Im Laufe der Jahre expandierte die Gruppe auch durch Zukäufe immer weiter und die Keller Group plc ging 1994 in London an die Börse.“

Sondermann sieht die Stärke des Unternehmens heute in der Verbindung von Erfahrung und Ressourcen.

„Unsere Dienstleistungen erstrecken sich über die ganze Bandbreite an Bauvorhaben - von industriellen, gewerblichen und Wohnungsbauvorhaben bis hin zu Infrastrukturbauten für Dämme, Tunnel, Verkehrswege und Wasserkraftanlagen“, erläutert Sondermann. Keller Grundbau trägt auch zum Gelingen der Fußball-Europameisterschaft 2012 bei: Als eines der herausragenden Projekte derzeit in Europa nennt Sondermann Aufträge in Polen, wo auf mehreren Baustellen gearbeitet werde und die Infrastruktur zur Fußball-EM verbessert werden solle.

Der Konzernumsatz habe im Krisenjahr 2008 auf 1,51 Milliarden Euro gesteigert werden können nach 1,39 Milliarden Euro 2007.

Gleichwohl seien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch an Keller nicht spurlos vorüber gegangen. „Wie alle andere Bauunternehmen kämpfen auch wir zur Zeit mit erheblichen Umsatzrückgängen. Die Folge davon sind Restrukturierungsmaßnahmen, vornehmlich in Westeuropa“, sagt Geschäftsführer Sondermann.

Trotz Krise mangele es an Fachkräften. „Der Ingenieurmangel ist auch bei uns spürbar“, unterstreicht Sondermann. „Wir suchen trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage immer gute Leute und stellen diese auch ein.“ Zur Zeit würden in Offenbach, am Standort Garching und in der Schweiz Bauingenieure gesucht.

Die künftige Entwicklung des Unternehmens sieht Sondermann optimistisch: „In den vergangenen Jahren wurden mehrere Zukäufe in Australien, Amerika, Tschechien und Singapur getätigt. Dabei haben wir in expandierende Märkte investiert sowie die Produktion ausgeweitet und somit die Grundlagen für weitere Erfolge geschaffen.“

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