Elmar-Märchen „Peterchens Mondfahrt“

Kesse Kinder und Brummer

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Nicht nur die Schauspieler waren mit vollem Einsatz bei der Sache. Auch hinter den Kulissen leisteten die Elmarianer ganze Arbeit: Bühnenbild, Kostüme und Maske entführten im Capitol Groß und Klein ins bunte Land der Fantasie.

Offenbach ‐ Wer zum Mond will, muss fliegen, das ist halt so. Kein Problem für den unerschrockenen Peter und seine mutige Schwester Anneliese. Eher eins für Maikäfer Maik Sumsemann, der zwar die Technik beherrscht, aber vor Schreck gern in Ohnmacht fällt. Wie dieses ungleiche Dreigestirn seine abenteuerliche Reise bewältigt und was es alles erlebt: Das zeigt der Theaterclub Elmar mit seinem diesjährigen Weihnachtsmärchen „Peterchens Mondfahrt“ im Capitol. Von Markus Terharn

„Märchenwelt, öffne dich!“, rufen die kleinen und ein paar große Zuschauer. Drei Versuche benötigen sie, bis der Vorhang aufgeht und den Blick ins Reich der Fantasie freigibt, das sie für über zwei Stunden nicht loslässt. Am Ende möchten die Kinder kaum nach Hause. „Wollt ihr nochmal rein?“, fragt eine Mutter lächelnd. Zwei Köpfe nicken begeistert.

Was zwei kesse Kinder und ein dicker Brummer auf dem Mond suchen? Das sechste Beinchen des Insekts, mit dem sein Geigenspiel besser klingt. Dafür besuchen Peter (verwegen: Timo Hartmann), Anneliese (anmutig: Lili/Sarah Bozic) und Maik (urkomisch: Nina Sedlaczek) zunächst das Sandmännchen (fürsorglich: Holger Kraus) auf der Sternenwiese, das ihnen die Route erklärt und Ratschläge gibt. Traulich funkeln dazu die Sternchen (Tim Feuerbach, Sebastian Gruhn, Lukas Reisenbüchler und Alexander Kempf). Vom Himmel fahren die persönlichen Sternchen der Kinder hernieder (Nina Lehnert und Lena Geist). Auf der Weihnachtswiese treffen sie den Weihnachtsmann (väterlich: Simon Isser) und den Pfefferkuchenmann (lebhaft: Eva Thomas). Auch Milchstraßenmann (Tilman Camphausen/Harald Gille) und Bär (Tobias Simmen) tun treue Dienste.

Die Fee der Nacht (souverän: Anja Büttner/Dragica Klauke) stellt ihnen hilfreiche Geister zur Seite: Donnermann (Thomas Isser), Wolkenfrau (Nadine Graf) und Blitzhexe (Julia Sedlaczek), Regenfritz (Christine Rinke), Eismax (Julia Hagen) und Wassermann (Simone Voirin), Sonne (Valentina Vinkovic), Morgenröte (Lisa Kazimirski) und Abendröte (Yoscha Holzinger) profilieren sich mit nett gereimten Worten und vielseitiger Körpersprache als unterschiedlichste Charaktere.

Nun aber endlich zum Mond! Dafür hat die Bühnenbildtruppe um Willi Rinke eine tolle Rakete gebaut. Von drei genialisch-verrückten Technikern (Philipp Despot, Maximilian Rebell und Alexander Späth) abgeschossen, hebt das Wunderwerk tatsächlich ab – ein spektakulärer Effekt, vom Publikum mit Ahs und Ohs und langem Sonderbeifall bedacht.

Auch Kostümschneiderin Marija Vinkovic hat sich selbst übertroffen. Besonders bei der Ausstattung der Naturgeister hat sie ganze Arbeit geleistet. Und nicht zuletzt beim bösen Mondmann (zum Fürchten, nicht nur wegen der Maske von Anja Büttner und Christine Rinke: Daniel Thomas), der das verlorene Bein bewacht. Natürlich plumpst Herr Sumsemann aus Angst sofort auf den Rücken. Aber Peter und Anneliese, mit guten Mächten im Bunde, lassen sich nicht einschüchtern. So steht der Rückkehr ins traute Heim, zu Mama (Gabi Thomas) und Minna (Gerlinde Donecker), nichts mehr im Wege. Oder war alles nur ein Traum?

Traumhaft schön jedenfalls, da sind sich die Besucher einig. Dazu beigetragen haben Kinder der Tanzbühne Locomotion in flotter Choreografie zu eingängiger Musik von Oguz Dogan. Der Applaus schließt die Gesamtleitung von Klaus Walther und Sandra Sedlaczek, die auch den Text eingerichtet hat, mit ein. Ebenso das Team an Ton (Percy Walther, Helmut Büchel, Karin Thöne) und Licht (Philip Gartman). Und im nächsten Jahr kommen bestimmt alle wieder. Fürs Elmar-Märchen ist man nie zu alt!

Weitere Vorstellungen sind heute um 9, 11.30 und 14.30 Uhr im Capitol, Goethestraße 1-5.

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